Der Skandal um den Fotografen Fabrizio Corona, der mit seinen Paparazzi-Fotos italienische Show- und Politprominenz erpresste, beschäftigt auch die Tessiner Staatsanwaltschaft. In einer Luganeser Bank wurden drei Kassetten beschlagnahmt.
Er habe ein dringendes Rechtshilfegesuch aus Italien ausgeführt, bestätigte der Tessiner Staatsanwalt Arturo Garzoni am Mittwoch entsprechende Berichte von Tessiner Zeitungen. Über den Inhalt des Bankschliessfaches machte er keine Angaben.
Italienische Medien gehen davon aus, dass Corona in Lugano nebst mehreren Millionen Franken auch Fotos deponiert hat, die prominente Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft sowie der Show- und Sportszene in Verlegenheit bringen könnten.
Die Zeitung La Repubblica berichtete am Mittwoch, dass Corona mehrmals versucht habe, den langjährigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi mit kompromittierenden Fotos zu erpressen. Es handle sich um "explosives Material", zitierte die Zeitung italienische Ermittler.
Corona war vor zwei Wochen zusammen mit elf mutmasslichen Komplizen in Mailand festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft von Potenza wirft ihnen Erpressung und Ausbeutung vor. In einem Fotoarchiv waren über 1600 CD-Rom beschlagnahmt worden. Bis zu 50'000 Euro hätten sich die Stars die Diskretion des Fotografen kosten lassen.