Überwiegend positiv haben die Blick-Leserinnen und -Leser in der ersten Woche auf das neue Tabloid-Format reagiert. Zahlen sind noch nicht erhältlich. Ein Entscheid für das eine oder andere Format soll in zwei, drei Monaten fallen.
Das Echo auf das neue Format sei riesig, sagte Markus Rohr, Mitglied der Blick-Chefredaktion, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. In hunderten von SMS, Anrufen und Briefen täglich äusserten sich Leserinnen und Leser. Bei der Kritik stehe klar im Vordergrund, dass der Sportteil nicht herausnehmbar sei wie beim SonntagsBlick.
Täglich werden laut Rohr zwischen 130'000 und 140'000 Tabloid- Exemplare gedruckt. Der Absatz sei über Erwarten gut -- an vielen Kioske sei das neue Format ausverkauft gewesen. Dabei spiele natürlich die Neugier eine grosse Rolle, relativierte der erfahrene Medienmann. Für die nächste Zeit erwartet er deshalb ein gewisses Abflauen der Nachfrage. Konkrete Zahlen gibt es Ende Monat. Der Test mit der parallelen Herausgabe von herkömmlichem und Tabloid-Format sei auf "mehrere Wochen" angelegt. Der Aufwand ist laut Rohr gross -- Zahlen werden keine genannt. Ein Entscheid werde in zwei, drei Monaten getroffen. Zu hoffen sei, dass dann ein klarer Trend für das eine oder andere Format erkennbar sei.
Die Medienökonomin Garbiele Siegert von der Universität Zürich beurteilt die Umstellung auf Tabloid-Format als "sinnvolle Strategie", um den Gratiszeitungen Konkurrenz zu machen, wie sie auf Anfrage sagte. Das kleinere Format sei schlicht praktischer. Normalerweise sei der Aufwand für die Format-Umstellung nicht allzu hoch; der Versuch, damit eine Steigerung oder zumindest Stabilisierung der Auflage anzustreben, lohne sich durchaus.
Der Trend zu handlichen Formaten ist international zu beobachten -- mit unterschiedlichem Erfolg. In England etwa konnte der Independant damit seine Auflage steigern, der Times gelang dies nicht. Der Daily-Telegraph plant ebenfalls eine Tabloid-Ausgabe. Der deutsche Springer-Verlag hat die Format-Änderung für die Welt auf den 24. Mai angesagt. Erfolgreich ist das "Pocket"- (also Taschen-)Format auch bei Zeitschriften -- vor allem Frauenzeitschriften, wie Siegert sagte. Wie der Name sagt, haben sie bequem in einer Handtasche Platz.