Vor zwei Wochen startete "The Intercept", das von Ebay-Gründer Pierre Omidyar finanzierte und von Glenn Greenwald geleitete Online-Investigativmagazin (persoenlich.com berichtete). Heute wurde unter dem Titel "How Covert Agents Infiltrate the Internet to Manipulate, Deceive, and Destroy Reputations" die erste grosse Geschichte veröffentlicht: Greenwald zeigt die Ergebnisse einer Recherche über NSA-Agenten, die im Internet gezielt negative Informationen streuen, um den Ruf anderer Leute zu zerstören.
Die Unterlagen dazu stammen noch aus dem Snowden-Archiv. Eine Arbeitsgruppe der sogenannten "Five Eyes Allianz" mit Geheimdiensten der USA, von Grossbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland fasst darin die Taktiken und Techniken der Agenten zusammen. Darunter sind zum Beispiel "false flag operations" (man stellt Material ins Netz und schreibt die Urheberschaft jemand anderem zu) oder "fake victim blog posts" (man gibt sich als Opfer einer Person aus). Damit gingen die Spione offenbar vor allem gegen Hacker und Aktivisten vor.
Laut Greenwald hat Obama-Berater Cass Sunstein solche Operationen besonders empfohlen, der gerade zum Mitglied des NSA Review Panel ernannt wurde. (lmy)