16.03.2007

Ringier

Erstmals beim DAB-Konsortium dabei

Teilnahme nur unter Vorbehalten.

Am Freitag tagt das DAB-Konsortium, in dem sich die Bewerber für eine DAB-Konzession zusammenfinden. In der Radiobranche wird die Sitzung mit einiger Spannung verfolgt. Die Gretchenfrage lautet, ob sich die künftigen Konkurrenten zusammenraufen können, um eine gemeinsame Verbreitungsgesellschaft zu gründen, welche künftig die Vergabe der Funkkonzessionen und den Aufbau des Sendernetzes in die Hand nehmen soll.

Erstmals eingeladen wurde das Medienhaus Ringier, welches sich um zwei DAB-Konzessionen bewirbt. Der Radioneuling nimmt nicht ohne Vorbehalte Platz in der Runde, in die unter anderen auch die beiden grossen Zürcher Medienhäuser Tamedia und NZZ Einsitz nehmen: "Wir werden am Konsortium eine beobachtende Rolle einnehmen", erklärt Fibo Deutsch, Chef von Ringier-TV auf Anfrage von "persoenlich.com". Ob man sich tatsächlich mit der SRG, die im Konsortium eine Führungsrolle einnimmt, ins Bett legen will, werde man sehen. Es gelte abzuklären, ob gemeinsame Interessen bestehen.

Für die SRG geht es um viel: Seit 2004 treibt sie den Ausbau der DAB-Infrastruktur konsequent voran. Dutzende neue, millionenschwere Antennenanlagen wurden seither in Betrieb genommen. Doch ziehen die Privaten nicht mit, wird sich die DAB-Technologie kaum durchsetzen können. "Ohne die Teilnahme der Privaten sind die grossen SRG-Investitionen in DAB müssig", sagt ein Brancheninsider gegenüber "persoenlich.com". Dass das DAB-Radio für die privaten Anbieter jedoch durchaus interessant ist, zeigt sich daran, dass sich im Konzessionsverfahren des Bakom 18 Gesuchssteller um acht Konzessionen streiten.

Im Vorfeld der Sitzung sind bereits erste Misstöne zu vernehmen: So spricht sich Tamedia in einer Stellungnahme zur Anhörung der DAB-Gesuche dagegen aus, dass Mainstream-Programme eine Konzession erhalten. Schliesslich seien auf UKW bereits genügend Mainstreamangebote zu finden. Für Branchenkenner ist klar: Damit zielt Tamedia gegen die Herausforderin Ringier, die mit einem massentauglichen Programm in den neuen Radiomarkt einsteigen will.


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