Barbara Ryter, Sie sind verantwortlich für die Schweiz-Beilage der "Gala", die Mitte August startet. Gibt es in der Schweiz Platz für ein weiteres Frauenmagazin?
Ich denke, People- und Lifestyle sind nach wie vor interessant, nicht nur für Frauen. Zudem gibt es die "Gala" ja schon seit längerer Zeit erfolgreich in der Schweiz, sie wird jetzt einfach mit einem Schweizer Split ausgebaut.
Wie arbeiten Sie mit der deutschen "Gala" zusammen? Gibt es Vorgaben etc.?
Die Schweizer Ausgabe hat einen hohen Qualitätsanspruch, genau wie die deutsche Ausgabe. In der Wahl der redaktionellen Inhalte sind wir frei, sprechen sie aber natürlich mit der Redaktion in Hamburg ab, damit es keine Doppelspurigkeiten gibt.
Sie leiten das Schweiz-Team. Wer sind die übrigen "Gala"-Schweiz-Redaktoren?
Katja Richard, eine erfahrene Journalistin, steht mir zur Seite. Zudem arbeite ich mit freien Journalisten und Korrespondenten.
Wie grenzen Sie sich gegenüber der Konkurrenz wie zum Beispiel der "SI" ab? Mit was für Geschichten wollen Sie sich abheben?
Das Rad können wir nicht neu erfinden. Es wird deshalb wohl vor allem die Auswahl der Prominenten und der Geschichten sein, mit der wir uns differenzieren. Mich persönlich interessieren Schweizer, die auch international eine Ausstrahlung und Erfolg haben.
In der "Gala" gibt es Geschichten über hochkarätige Prominente aus aller Welt. Gibt es überhaupt Schweizer Prominente mit ähnlichem Celebrity-Faktor?
Es kommt immer auf die Definition darauf an. Es gibt auf jeden Fall viele Schweizer Persönlichkeiten aus verschieden Bereichen die eine internationale Ausstrahlung haben. Sei es in der Schauspielerei, im Model-Business, im Design, im Sport, in der Wirtschaft und auch in der Kultur.
Nicht selten findet man in der "Gala" Paparazzi-Bilder. Müssen Schweizer Prominente sich künftig besser in Acht nehmen?
Die Paparazzi-Bilder in der Gala sind vorwiegend von US-Stars, bei der deutschen Prominenz ist das schon viel weniger der Fall. In der Schweiz haben wir keine Paparazzi-Kultur, das wird sich auch mit der "Gala Schweiz" nicht ändern.
Mit ihrer Firma contcept communication sind Sie mit der Kommunikationsarbeit für verschiedene Prominente betraut. In wiefern hat dies einen Einfluss auf den Inhalt von "Gala Schweiz"?
Ich trenne meine Aufgaben als "Gala"-Redaktionsleiterin und Mitinhaberin der Agentur strikt. Da wir aber Prominente wie Carlos Leal, Yangzom Brauen oder Eliana Burki vertreten, kann es durchaus sein, dass der eine oder andere in der "Gala Schweiz" vorkommen wird.
Ringier hat mit Pool Position seit einiger Zeit ebenfalls eine Promi-Vermarktungs-Agentur. Ein neuer Trend in der Schweiz?
Ja, anderes als noch vor ein paar Jahren gibt es viele Prominente, die sich von einer professionellen Agentur vertreten lassen. In den USA oder auch Deutschland ist das schon viel länger gang und gäbe.
Wie verändern solche Agenturen den People-Journalismus in der Schweiz?
Ich kann nur von unseren Erfahrungen sprechen, die sehr positiv sind. Wir informieren regelmässig über Neuigkeiten, vermitteln Stories und Interviews. Eine Zensur gibt es überhaupt nicht, im Gegenteil.
Sie waren People-Journalistin für "Blick", der "Schweizer Illustrierten" und "20 Minuten". Was fasziniert Sie an Prominenten?
Mich interessieren Menschen und ihre Geschichten. Im People-Journalismus trifft man Persönlichkeiten, die einen Ehrgeiz und eine Vision haben - sei es eine junge Schauspielerin oder ein gestandener Politiker. In den People-Journalismus bin ich aber eher aus Zufall hineingerutscht- begonnen habe ich als Nachrichten- und Wirtschaftsjournalistin.
Mit "Gala" arbeiten Sie erstmals für einen deutschen Titel. Eine besondere Herausforderung?
Das wird sich zeigen. Ich habe auf jeden Fall grossen Respekt vor der deutschen Medien- und PR-Szene. Ich habe kürzlich eine Ausbildung zur PR-Beraterin in Hamburg abgeschlossen und war begeistert von der Professionalität.
Wer wird "Kopf" der ersten Schweizer Ausgabe?
Das kann ich leider nicht verraten.
Interview: Corinne Bauer.