Die NZZ verabschiedet Markus Spillmann prominent auf der Frontseite der Mittwochsausgabe und mit einer langen, überschwänglichen Würdigung auf Seite 9. Im Namen des gesamten Verwaltungsrats greift Präsident Etienne Jornod in die Tasten.
«Mit grossem Bedauern» müsse man bekannt geben, dass Markus Spillmann zurücktritt. Damit verliere die NZZ einen «sehr profilierten Journalisten und innovativen Gestalter», schreibt Jornod und listet auf, in welche Projekte Spillmann viel Zeit investiert hatte, etwa: Layoutüberarbeitung, Online-Auftritt, Paywall, Moderationen von NZZ-Format, Auftritte bei Veranstaltungen, Reorganisation der Redaktion.
«Spillmann bewies sich immer als wacher und liberaler Geist. Es war stets die Stimme der Vernunft, die in seinen Artikeln in verständlichem und zugänglichem Stil ertönte. Das Plädoyer für eine selbstbewusste Mitte war sein Anliegen, das von der Leserschaft mit grosser Zustimmung aufgenommen wurde“, so Jornod. Abschliessend dankt Jornod Spillmann für seinen «grossen und sehr engagierten Einsatz, der bewirkt hat, dass unser Haus auch publizistisch zuversichtlich in die Zukunft blicken darf».
Markus Spillmann selber wollte am Dienstag keine Stellung beziehen. Einzig: Am Mittwochmorgen postete er mit Verweis auf Albert Einstein über Facebook: «Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.» (eh)
Bild oben: NZZ