In Europa wurde das Abtreten von Italiens Premier Silvio Berlusconi vorwiegend mit Erleichterung aufgenommen. Ganz anderer Auffassung ist da Roger Köppel: Der Welt-Chefredaktor würdigt in seiner Kolumne in der HandelsZeitung die Verdienste von Berlusconi. Dessen "Tutti-Frutti-Fernsehen" sei in seiner Verdumpfungswirkung überschätzt worden. Köppel: "Die simplen akademischen Überinterpretationen der 'italienischen Mediokratie', eine Art Lieblingsbiotop gerade der Schweizer Publizistikwissenschaft, erzeugten ein Schreckengespenst, das es nicht gab." Berlusconi sei kein Hugenberg. Durch die Verunglimpfung des "cavaliere" und seiner Wähler, habe man sich der Aufgabe entledigt, seinen Erfolg zu analysieren.
Europa wird langweiliger ohne Berlusconi
Roger Köppel - Der Welt-Chefredaktor über die Verdienste des Premiers.