Europäische Produktionen im Vormarsch

TV - US-Studios wollen sich mit Kooperationen Talent und Kreativität angeln.

Der internationale Markt für Film- und Serienproduktionen im TV ist seit vielen Jahren fest in US-amerikanischer Hand. Wie sich auf der am Freitag in Cannes zu Ende gegangenen Branchenmesse MIPCOM gezeigt hat, zeichnet sich mittlerweile aber ein neuer Trend ab, der auch europäischen Produktionen einen zunehmend hohen Stellenwert einräumt. Diesen ist es im vergangenen Jahr erstmals gelungen, der scheinbar übermächtigen US-Konkurrenz Paroli zu bieten und sich auf den Fernsehbildschirmen einer globalen Nutzerschaft zu etablieren.

"Bislang mussten die Europäer nach Los Angeles kommen, um ein Geschäft zu machen," meint Klaus Zimmerman vom französischen Filmproduktionsunternehmen Atlantique Productions gegenüber dem Branchenblatt "The Hollywood Reporter". Die Situation habe sich mittlerweile grundlegend geändert. "Heute sind es die Amerikaner, die nach Europa kommen, um nach Talenten und kreativen Ideen zu suchen. Gemeinsam mit europäischen Partnern werden mutige, originelle Programme für ein internationales Publikum produziert", so Zimmerman.

Aus Sicht der Zuseher ist diese Entwicklung prinzipiell sicherlich wünschenswert, da dadurch wieder etwas frischer Wind in die zuletzt deutlich einfallsloser wirkende US-TV-Landschaft bläst. "Wir spüren eine starke Nachfrage nach ausländischen Produktionen. Die US-Bürger werden immer offener und interessieren sich zunehmend für Sendungen, die nicht innerhalb der eigenen Landesgrenzen produziert worden sind", bestätigt Zimmerman. Der TV-Produzent geht davon aus, dass sich diese steigende Nachfrage künftig vor allem in Form von vermehrten Koproduktionen von US- und europäischen Unternehmen bemerkbar machen wird. Auf diese Weise könnten alle beteiligten Partner profitieren. (pte)