Mit einer Jubiläumsausgabe feiert die "Wochenzeitung" (WOZ) ihren 25. Geburtstag: Die Ausgabe vom Donnerstag, die im Layout der frühen 80er-Jahre erscheint, stammt ausschliesslich von ehemaligen Autorinnen und Autoren der Zeitung. Eigentlich sei es ein kleines Wunder, dass es überhaupt zur Geburtstagsausgabe der WOZ gekommen sei, sagte Redaktionsleiterin Susan Boos am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Zürich. "So oft wie wir bereits totgesagt wurden, dürfte es uns gar nicht mehr geben."
Doch die linke Wochenzeitung hat alle finanziellen Tiefs überwunden - das letzte im 2005, als die Genossenschaft Liquiditätsprobleme hatte, einen Spendenaufruf startete und zu Restrukturierungen griff. Die eigene Vergangenheit ist denn auch ein Thema der Jubiläumsausgabe. In einem Gespräch erinnern sich ehemalige WOZ-Macher an die Diskussionen der Gründerzeit.
Interview mit Chef der P26
Aktuelle Themen fehlen in der Sonderausgabe gänzlich. Stattdessen wird ein "vorausschauender Blick auf die grossen Themen der Linken der vergangenen 25 Jahre geworfen", wie Boos es ausdrückte. Daneben zeigen rund zwei Dutzend Porträts, wie sich einstige Exponenten der politischen Linke entwickelt haben.
Die Jubiläumsausgabe mag aber auch mit Exklusivität aufwarten. So hat der Schrifsteller Roger Monnerat ein Interview mit Efrem Cattelan, dem Kommandanten der ehemaligen Geheimarmee P26, geführt. Und Res Strehle, Chefredaktor des "Magazins", sprach mit SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli über dessen Bewunderung für Niklaus Meienberg.
Auf Spendengelder angewiesen
Ungewöhnlich gross ist in der Jubiläumsausgabe die Zahl an Inseraten. Normalerweise decken die Inserateeinnahmen lediglich 15 Prozent des Gesamtbudgets. Im Vergleich mit anderen Zeitungen ist dieser Wert aussergewöhnlich tief. Laut Kilian Gasser, bei der WOZ für die Inserateakquisition zuständig, steigen die Inserateeinnahmen entgegen dem Branchentrend aber leicht an.