Der ehemalige "Blick"-Chefredaktor Walter Bosch macht bei den Medien keinen Qualitätsverlust aus. Im Interview mit cash sagt der heute in vielen Unternehmen tätige Verwaltungsrat: "Auch auf die Gefahr hin, mich total unbeliebt zu machen: Die Abbauphase hat bewiesen, dass die Medienhäuser zu fett waren. Wenn ich die Leistung der Medien anschaue, dann ist diese nicht schlechter als vor zwei Jahren. Medien, die das nun mit 30 Prozent weniger Leuten schaffen, hatten zuvor 30 Prozent zu viel Personal."
Auch ist Bosch davon überzeugt, dass es trotz den massiven Werbeeinbrüchen die drei grossen Verlagshäuser der Schweiz auch Ende 2010 noch geben wird. Bosch: "Ich bin ein schlechter Prognostiker. Aber ich glaube, dass alle drei noch existieren werden. Diese werden sicherlich noch den einen oder anderen Zukauf tätigen. Eine Bereinigung sehe ich bei den kleinen und mittleren Verlagshäusern." Bosch sieht mittelfristig auch keine Kooperationen mit ausländischen Verlagen. "Spekulationen gibt es immer. Aber ich habe keine gesicherten Hinweise, dass eine solche Übernahme oder eine Fusion ansteht", so der ehemalige "Blick"-Chef.