Ex-Blick-Chefredaktor glaubt nicht an Erfolg von .ch

Walter Bosch - Ende der "SRG-Monokultur" drohe.

In einem Interview in der Handelszeitung äussert sich der Ex-Blick-Chefredaktor und heutige Multi-Verwaltungsrat Walter Bosch kritisch zur neuen Gratiszeitung .ch von Sacha Wigdorovits. Auf die Frage, ob er denn bei der neuen Publikation investieren würde, sagt Bosch: "Nein. Ich glaube nicht, dass sich die Logistikprobleme so lösen lassen, dass eine anständige Auflage erreicht wird."

Bosch hege auch keine Pläne, eine eigene Gratiszeitung zu lancieren, denn er glaube nicht an an eine langfristige Perspektive der Gratiszeitungen. Diese würden zwar im Moment von der Hochkonjunktur profitieren, seien aber auch die ersten, die viele Inserate verlieren, wenn die Wirtschaft schwächer werde. Es fehle eine Ertragskomponente, so der Swiss- und Cablecom-Verwaltungsrat gegenüber der Handelszeitung.

Gute Erfolgschancen räumt Bosch hingegen den Spartenkanälen ein. Und prognostiziert gar das Ende des klassischen Fernsehens. "Die SRG profitiert davon, dass der durchschnittliche, ältere Konsument noch gar nicht realisiert hat, dass die Batterien in seiner Fernbedienung längst tot sind. Aber immer mehr Zuschauer nutzen die Wahlfreiheit und das grosse Angebot an spezialisierten Kanälen", so Bosch.