Der ehemalige Regierungssprecher des britischen Premierministers David Cameron, Andy Coulson, hat im Medienskandal um illegale Recherchemethoden eine Beteiligung abgestritten. Er habe in seiner Zeit als Journalist weder Telefone oder Anrufbeantworter angezapft noch Polizisten oder andere offizielle Personen bestochen, erklärte Coulson am Donnerstag vor Gericht in London.
Ihm werden drei Fälle in den Jahren zwischen 2000 und 2006 vorgeworfen, in denen er mit illegalen Methoden Informationen beschafft haben soll. Am Donnerstag kam Coulson zunächst auf Kaution auf freien Fuss. Der Prozess soll zu einem bislang nicht genannten späteren Zeitpunkt stattfinden.
Der 45-Jährige war vor seiner Zeit als Regierungssprecher Chefredaktor der mittlerweile eingestellten "News of the World" des Medienmoguls Rupert Murdoch gewesen. 2011 trat er als Sprecher zurück, nachdem ihm vorgeworfen worden war, er habe über die Praktiken bei der "News of the World" Bescheid gewusst.
Dort waren über Jahre Anrufbeantworter von Prominenten und anderen abgehört worden; zudem gab es Bestechungsfälle. (sda)