Ein früherer Chefredakteur der dänischen Tageszeitung "Politiken" hat nach eigenen Angaben jahrelang für Israel als Spion gearbeitet. Auf seinen journalistischen Reisen nach Afrika verfasste er in den 50er und 60er Jahren Berichte für die israelischen Botschaften. "Das war Spionage, ja", sagte Herbert Pundik am Samstag der Online-Zeitung "Information.dk". Er gab zu, zehn Jahre lang für Israel als Agent tätig gewesen zu sein. Als Jude habe er dies als seine Pflicht angesehen, aber immer darauf bestanden, dass seine Informationen auch an die dänischen Behörden weitergeleitet werden.
Pundik war damals zunächst für den staatlichen Rundfunk in Dänemark tätig. Zu "Politiken" wechselte er im Jahr 1965. Als er fünf Jahre später den Posten des Chefredakteurs übernahm, habe er seine Spionagetätigkeit aufgegeben, sagte der Journalist. Mehr als zwei Jahrzehnte lang leitete er die Zeitung. (sda)