Ex-Medienmogul Black angeklagt

USA - Exzesse auf Firmenkosten.

Einer der einst mächtigsten Medienunternehmer der Welt, Lord Conrad Black, ist in den USA wegen massiven Betrugs angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft in Chicago beschuldigte den 61-Jährigen und drei Komplizen am Donnerstag, 51,8 Mio. Dollar aus Firmenkassen abgezweigt zu haben. Sie stellte einen Haftbefehl aus.

Lord Black drohen bei einem Schuldspruch 40 Jahre Haft. Der Brite mit Sitz im Oberhaus des Parlaments in London hält sich nach Medienberichten möglicherweise in Kanada auf. Sein Anwalt Edward Greenspan in Toronto erklärte: "Conrad Black bekräftigt seine Unschuld ohne Einschränkungen." Lord Black war Chef von Hollinger International. Im Besitz des mittlerweile stark geschrumpften Unternehmens waren Zeitungen wie die Jerusalem Post und der Londoner Daily Telegraph.

Die Konzernleitung entliess ihn vergangenes Jahr im Streit über angeblich nicht genehmigte Millionenzahlungen. Lord Black wies die Vorwürfe zurück. Der Anklageschrift zufolge soll Lord Black das Geld unter anderem für Ferien im Südpazifik, Wohnungen in New York und für eine 40 000 Dollar teure Geburtstagsparty für seine Frau entwendet haben.