Ex-Mitarbeiterin verklagt Axel-Springer-Verlag

Julian Reichelt - In den USA zieht eine ehemalige Mitarbeiterin der deutschen Bild-Zeitung gegen das Medienhaus vor Gericht. Falls sie Erfolg hat, könnte es dem Verlag teuer zu stehen kommen.

Laut Zeit Online hat eine ehemalige Mitarbeiterin der Bild-Zeitung in Los Angeles Klage gegen Bild und den amerikanischen Ableger Axel Springer Services mit Sitz in Delaware eingereicht. 

In der Klageschrift, die Zeit Online vorliegt, sind insgesamt elf Vorwürfe aufgelistet, darunter sexuelle Belästigung, unfaire Entlohnung und Beihilfe zur Belästigung. Die Ex-Mitarbeiterin fordert eine Verhandlung vor der Jury.

Nach eigenen Angaben hatte die Klägerin 2016 in Deutschland eine Affäre mit dem damaligen Chefredaktor der Bild Julian Reichelt. Nach einigen Wochen habe Reichelt die Affäre zwar beendet, später aber wieder aufgenommen. Laut Gerichtsdokumenten soll die Klägerin Angst gehabt haben, ihre Stelle bei Bild zu verlieren, wenn sie Sex mit Reichelt verweigert hätte. 2019 wechselte sie zum Springer-Konzern in San Francisco. Dort sei sie von ihrem Chef gefragt worden, ob es stimme, dass sie den Job in den USA nur deshalb bekommen habe, weil sie eine Affäre mit Reichelt gehabt habe. Nach einer Beschwerde der Frau bei einer Managerin des Springer-Verlags in den USA sei ihr Vertrag nicht verlängert worden, heisst es weiter.

Sollte die Klage der Frau gegen den Verlag in den USA Erfolg haben, könnte dies laut Zeit Online aufgrund der dortigen Rechtslage eine hohe Summe an Schadenersatzforderungen zur Folge haben.