Expansion führt zu Gewinnrückgang

Tamedia - Einbruch der Werbeumsätze im 2. Halbjahr.

Der Medienkonzern Tamedia hat 2008 wegen Expansionskosten und hohen Steuer- sowie Verkaufseffekten weniger verdient. Der Gewinn fiel um 29,8 Prozent auf 105,8 Mio. Franken. Der Umsatz kletterte hingegen um 20,8 Prozent auf 897,5 Mio. Franken. Der Anstieg sei wesentlich auf die erstmals während eines ganzen Jahres berücksichtigte Berner Espace Media Groupe zurück zu führen, teilte Tamedia am Mittwoch mit.

Zum Wachstum beigetragen haben auch die Pendlerzeitungen "20 Minuten", "L'essentiel" und "News" sowie die Onlineplattformen "Homegate" und "Newsnetz". Die Übernahme der Espace Media Groupe sei zügig voran gekommen.

Zur Zukunft der bernischen Zeitung "Der Bund" oder zu den angekündigten Sparanstrengungen beim Zürcher "Tages-Anzeiger" gab es im Communiqué keine neuen Angaben. Es werde im Rahmen verschiedener Projekte an der Weiterentwicklung der regionalen Tageszeitungen in Bern und Zürich gearbeitet, hiess es einzig.

Werbeeinnahmen eingebrochen

Die negative konjunkturelle Entwicklung habe sich insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2008 in rückläufigen Werbeumsätzen niedergeschlagen. Für Abschreiber von 34,5 Mio. Fr. sorgten Homegate und die Espace Media Groupe. Der Betriebsgewinn (EBIT) sank in der Folge um 10,6 Prozent auf 119,4 Mio. Franken. Die Dividende will Tamedia von 4 auf 3 Fr. pro Aktie kürzen.

Für 2009 ist Tamedia wenig optimistisch: Der Konzern erwartet noch keine wirtschaftliche Erholung. Der erwartete Rückgang der Werbeinvestitionen werde den Strukturwandel in der Medienbranche vorantreiben. Tamedia habe bereits Ende 2008 Kosten gesenkt und werde wie bisher diejenigen Medien überprüfen, die ihre Ziele nicht erreicht hätten, hiess es.

Vergangene Woche hatte der "Tages-Anzeiger" eine neue Redaktionsleitung bekannt gegeben. Der Verwaltungsrat ernannte Res Strehle und Markus Eisenhut zum Nachfolger des zurücktretenden Chefredaktors Peter Hartmeier. Sie haben den Auftrag, die grösste abonnierte Tageszeitung der Schweiz billiger zu produzieren.

Der Tamedia-Konzern führt trotz der Sparangstrengungen seine Expansionsstrategie fort. Nach der Espace Media Groupe wollen die Zürcher den führenden Westschweizer Verlag Edipresse aufkaufen. Die Übernahme muss noch von der Wettbewerbskommission genehmigt werden. (sda)