17.06.2021

SRF

Experten-Interviews vermehrt über Videotelefon

Durch den stark gestiegenen Einsatz von Skype & Co. spart das Unternehmen fast eine halbe Million Franken. Solche Interviews machten ihre Arbeit steriler, kritisieren SRF-Journalisten.
SRF: Experten-Interviews vermehrt über Videotelefon
Für ein Statement kontaktiert eine SRF-Kassensturz-Mitarbeiterin einen Experten per Videotelefon. (Bild: Screenshot Kassensturz)

Das Mittel zum Zweck aus dem Lockdown entpuppt sich als Sparmassnahme: SRF führte während der Pandemie Interview via Zoom, Skype und Co. ein, die so dann auch am Sender ausgestrahlt wurden.

Solche Video-Konferenzen am Computer soll es weiterhin geben, auch den die Pandemie-Beschränkungen aufgehoben sind. Wie die CH-Media-Zeitungen am Donnerstag schreiben, kann SRF damit viel Geld einsparen – schätzungsweise 400'000 Franken pro Jahr.

Dieses Mittel habe sich bewährt, weil es zeitsparend und kostengünstig sei, zudem werde es vom Publikum akzeptiert, erklärt Gregor Meier, stellvertretender Chefredaktor Video des Schweizer Radios und Fernsehens. Die eingesparte Zeit könnten die Autorinnen und Korrespondenten beispielsweise für vertiefte Recherchen oder die Produktion von eigenen Geschichten verwenden. «Insgesamt können wir dank Videotelefonie schneller und mehr Inhalte auch für die Online-Kanäle realisieren», sagt Meier.

Laut CH Media kommt das nicht bei allen im Leutschenbach gut an. Man erfahre von den Experten oft Interessantes in den persönlichen Gesprächen vor oder nach den Kamera-Aufnahmen, sagen SRF-Journalisten. Wenn diese Kontakte weg fallen, erschwere das die Recherchen – und es mache die Arbeit ein Stück weit steriler.

Auch die Mediengewerkschaft SSM meldet Kritik an. «Wir sind nicht gegen die Digitalisierung der Arbeitsschritte. Aber das darf nicht auf Kosten der Kameraleute und der journalistischen Qualität gehen», sagt Silke Treusch, zuständig für SRF gegenüber CH Media. (eh)



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