Fauxpas beim Genfer Autosalon-Guide

Ringier - Unerwünschtes Inserat erhielt eine Doppelseite.

Ringier nimmt bei der Vermarktung des Genfer Autosalons eine tragende Rolle ein. Das Unternehmen bietet nicht nur Sonderbeilagen vor und nach dem Salon, sondern ist auch zuständig für den offiziellen Guide dazu. Dabei lief in diesem Jahr jedoch etwas schief, wie medienwoche.ch am Donnerstag berichtete. Denn obwohl die Werbefläche im Guide den Ausstellern und Partnern des Salons vorbehalten ist, prangte auf der letzten Doppelseite der diesjährigen Ausgabe ein inserat der Firma "Mehramarken" (vgl. Bild unten). Dies ist ein Direktimporteur, der billiger ist als die Markenimporteure. Letztere waren daher natürlich gar nicht erfreut über den Fauxpas von Seiten Ringier. "Der Salon ist keine Verkaufsausstellung, das soll auch im Guide zum Ausdruck kommen", sagt André Hefti, Generaldirektor der Automesse gegenüber medienwoche.ch.

Ringier-Sprecher Edi Estermann erklärt gegenüber medienwoche.ch, dass "alle Kontrollorgane versagt" hätten. Als der Fehler bemerkt wurde, war er nicht mehr zu stoppen. Ringier hatte bereits 765'000 Exemplare gedruckt und der Grossteil davon war als Beilage von "Schweizer Illustrierte" und "Illustré" schon in der ganzen Schweiz verteilt. Nur noch die Teilauflage von 160'000 Exemplaren, die an der Ausstellung selbst und an SBB-Bahnhöfen aufliegt, liess sich noch zurückhalten. Ringier entschied sich, den Fehler wenigstens bei diesen Exemplaren zu beheben und die verbleibenden Guides mit dem missliebigen Inserat "fachgerecht zu entsorgen" und die entsprechende Auflage neu zu drucken. Nick Lüthi von der Medienwoche rechnet vor: "Bei einem Gewicht von 150 Gramm pro Exemplar macht das satte 24 Tonnen Altpapier und weitere 24 Tonnen für den Neudruck." Generaldirektor Hefti sieht das Problem damit zwar behoben und meint, er sei "mit der Inserate-Akquisition von Ringier grundsätzlich zufrieden." Trotzdem wolle er sich nach dem Salon mit den Verantwortlichen zusammensetzen, "damit ein solcher Fehler nicht wieder vorkommt." (sl/medienwoche.ch)