Die Frankfurter Allgemeine Zeitung vermisst in der NZZ das journalistische Format Glosse. Jürgen Kaube, einer der vier Herausgeber und verantwortlich für das Feuilleton, macht dies in einem angriffigen Kommentar zum Thema. «Es stellt sich die Frage, ob dort nun Leichtsinn oder Doppeldeutigkeit unerwünscht sind, oder ob dort nicht vielmehr literarischer Notstand herrscht», heisst es im Lead. Der Titel des Textes lautet «Kein Witz».
Bei der NZZ heisst es, dass der Entscheid, keine Glossen mehr zu publizieren, bereits vor eineinhalb Jahren von Chefredaktion und Ressortleitungen gefällt wurde. Und zwar aus zwei Gründen, wie NZZ-Kommunikationschefin Karin Heim auf Anfrage ausführt. «Die NZZ verfolgt zum einen eine Digital-First-Strategie, die Glosse hingegen ist ein typisches Print-First-Produkt, das funktioniert, weil es einen festen Platz hat, üblicherweise als Sparte am Rand der gedruckten Zeitung, und als Glosse gekennzeichnet ist. Zum anderen verzeichneten wir für Glossen ein unterdurchschnittliches Leserinteresse.»
Ebenfalls aufgrund eines unterdurchschnittlichen Leserinteresses seien zum gleichen Zeitpunkt Kolumnen von externen Autorinnen und Autoren eingestellt worden. (wid)