FBI verhaftet Mikroblogger

Twitter - Via Web 2.0-Portal mit anderen Behörden kooperiert.

Bei Fahndungsarbeiten greifen Behörden immer häufiger auf Web 2.0-Angebote zurück. Dabei vernetzen sich etwa einzelne Polizeistationen gerne auf Portalen wie dem Mikroblogging-Dienst Twitter oder der Social Community Facebook. Seit Herbst twittert auch die US-Bundespolizeibehörde FBI und bedient bislang knapp 3'300 Abonnenten mit Kurznachrichten. Verschiedene Behörden für die öffentliche Sicherheit wie Polizei und Feuerwehr vernetzen sich untereinander und senden einander Informationen in Echtzeit zu. Gleichzeitig suchen sie mit den knappen Textbotschaften über Fahndungen, Terrorwarnungen, vermisste Kinder oder auch Computerwürmer den direkten Draht zur Öffentlichkeit. Darüber hinaus fahnden sie offenbar auch auf den Seiten der User.

Die US-Bundesbehörden greifen jedoch offenbar auch gerne auf jene Informationen zurück, die Nutzer von Web 2.0-Portalen bereitwillig online veröffentlichen. So hat etwa das FBI einen Twitter-Nutzer verhaftet, der ein Massaker angekündigt und zur Beteiligung daran aufgerufen hatte. Der 52-jährige User verbreitete auf seinem Profil unter dem Pseudonym CitizenQuasar Nachrichten, in denen er seine "Follower" zum Mord an Teilnehmern einer Demonstration gegen Steuererhöhungen aufforderte. Wie der "Spiegel" berichtete, hat sich Twitter bisher weder zu dem Fall geäussert noch Schritte veranlasst, um die Ankündigungen des Nutzers zu löschen. Die angekündigte Tat selbst wäre durch die Verhaftung nicht verhindert worden, denn das FBI nahm den Verdächtigen erst am Tag nach der Demonstration fest. (pte)