98 Prozent aller in US-Tageszeitungen publizierten Fehler werden nicht berichtigt. Das hat eine Studie des Medienwissenschafters Scott R. Maier von der Universität Oregon ergeben. Der Forscher hat laut "NZZ" insgesamt 1220 Beiträge in zehn verschiedenen Regionalzeitungen unter die Lupe genommen, in denen die im Artikel genannte Primärquelle mindestens einen Fehler identifiziert hat. Davon wurden von den Zeitungen nur gerade 23 korrigiert.
Das Ergebnis sei deshalb aufsehenerregend, weil bisher der Umgang mit Fehlern in den USA als vorbildlich galt. Fast alle Tageszeitungen hätten dort -- anders als in der Schweiz und in Europa -- fest eingerichtete Korrekturspalten, in denen die Redaktion Berichterstattungsfehler des Vortages korrigiert. Nun kommt Maier zum Schluss, dass das Vorhandensein eines Correction Corner offenbar nicht genüge, um Mängeln in der Berichterstattung entgegenzuwirken -- es handle sich eher um Kosmetik.
Laut Maier wirke vermutlich auch das Eigeninteresse der Journalisten, Fehler zu vertuschen, eben stärker als der Wunsch, die Glaubwürdigkeit beim Publikum aufzubessern. Die Herausforderung ans Redaktionsmanagement bestehe somit darin, dafür zu sorgen, dass Mängel in der Berichterstattung über die schiere Kosmetik hinaus kontinuierlich offengelegt und verlässlich berichtigt werden.