Fernsehen wird zum Hintergrundmedium

Studie - Ton gewinnt an Bedeutung.

Eine Studie hat ergeben, dass sich viele Zuschauer immer häufiger hauptsächlich mit anderen Dingen beschäftigen, während der Fernseher läuft. Die Medienwissenschafter Christoph Kuhlmann und Jens Wolling schreiben dies in der Zeitschrift Medien & Kommunikationswissenschaft, wie die Mittelland Zeitung berichtet.

Für die Studie "Fernsehen als Nebenmedium" haben die Medienexperten mehr als 300 Leute aus allen Altersschichten zu ihren Fernsehgewohnheiten befragt. So hat sich ergeben, dass die Probanden durchschnittlich in 28 Prozent der Zeit, in der der Fernseher lief, mit etwas ganz anderem beschäftigt waren. Sie bereiteten das Abendessen zu, bügelten Wäsche, nähten Hemdknöpfe an, plauderten mit Familienangehörigen oder Freunden, telefonierten, sassen am Computer oder lasen ein Buch.

Vor allem junge Leute würden sich mit etwas anderem beschäftigen. Für sie erfülle das Fernsehen den gleichen Zweck wie das klassische Hintergrundmedium Radio. Die 15- bis 29-jährigen hätten sich 43 Prozent der Zeit, in der der Fernseher lief, mit anderen Dingen beschäftigt. Als alleinige Beschäftigung dominiere das Fernsehen bei den Zuschauern nur noch zur Primetime zwischen 19 und 22 Uhr. Am ehesten würden sich die Leute bei Krimis oder Spielfilmen sowie Nachrichtensendungen und Dokumentationen konzentrieren.