Fidel S. Stöhlker zur Affäre Borer

Kommentar - Bundesrat mit Maulkorb und Brustpanzer.

Die nationalrätliche GPK hat in ihrem Bericht an den Bundesrat nun mitgeteilt, die Informationstätigkeit bei der Affäre Borer sei "nicht in jeder Beziehung optimal verlaufen". Das ist die Untertreibung des Jahres!

Ich war von Anfang an dabei und habe das Geschehen 1:1 mit erlebt. Borer, ein kluger Kopf und sehr fähiger Netzwerker, war damals mit seiner Gattin in die Höhen der A-Liga der deutschen Gesellschaft aufgestiegen und wurde aus der Schweiz gestürzt.

Ruedi Christen, damaliger Informationschef des EDA, hat sicher keine Glanzleistung in Sachen Kommunikation geliefert. Vermutlich war er die Marionette seines Chefs. Jetzt will sich der Bundesrat dazu nicht mehr äussern. Warum wohl? Weil sich Bundesrat Joseph Deiss damals als ganz schwache Integrationsfigur geoutet hat und fast schon der Gedanke aufkam, dass er dem Hause Ringier irgendetwas schuldig war. Deiss hat sich als Chef von Christen ebenso unprofessionell verhalten, deshalb: Kein Kommentar vom Chef.

Skandalös bezeichne ich aber das Fazit des Bundesrates. Wir haben zwar unprofessionell informiert, trotzdem ändern wir diese Arbeitsweise nicht. Da kommt sich doch jeder Bürger leicht veräppelt vor, denn Macht scheint doch immer wieder missbraucht zu werden.