Der frühere Jean-Frey CEO und ehemalige "Arena"-Moderator Filippo Leutenegger liebäugelt mit einem Wiedereinstieg ins TV-Geschäft. Schon seit geraumer Zeit wird viel geredet über die Entwicklung eines Politformats, dass die angeschlagenen "Arena" auf privaten Sendern konkurrenzieren soll. So soll Leuteneggers Initiative laut NZZ in den politischen Milieus auf reges Interesse stosen. Der frühere "Arena"-Dompteur selbst sagte unlängst im Interview mit "persoenlich.com", er stehe gegenwärtig mit diversen Sendern in Verhandlungen. Doch welche TV-Stationen bekunden überhaupt Interesse an Leuteneggers Format?
Auf den ersten Blick naheliegend ist, dass ein solches Politgefäss in den Sender-Verbund Tele-News-Combi (TNC) aufgenommen wird, in dem acht regionale Anbieter zwischen Bern und St.Gallen kooperieren. Laut diversen Presseberichten hat sich TNC mit der Sache auseinandergesetzt. Recherchen von "persoenlich.com" bestätigen dies allerdings nicht. Laut Telebasel-Chef Willy Surbeck, Vorsitzender der Programmkommission beim TeleNewsCombi, wurden keine Gespräche mit Filippo Leutenegger geführt. "Ich wurde vom ihm weder angeschrieben noch angerufen", sagt Surbeck.
Er erklärt, dass sich der Senderverbund nicht für eine entsprechende Liveshow eignet -- zu gross ist der Aufwand, das Format mit den unterschiedlichen Programmkonzepten und Budgets von acht regionalen TV-Sendern in Einklang zu bringen. "Ein sprachregionaler Sender hätte es viel da einfacher -- falls er die Finanzen dafür aufbringen kann" so Surbeck. Anfragen von "persoenlich.com" bei einigen Regionalsendern ergeben dasselbe Bild. Weder bei Tele M1 noch TeleZüri oder Telebael -- alles Sender, die dem TNC angeschlossen sind --, gibt es konkrete Bestrebungen, Leuteneggers Politsendung ins Programm aufzunehmen.
Zumindest theoretisch für die Ausstrahlung eines Formats mit Leutenegger eignen würde sich auch das Verlegerfernsehen PresseTV. Doch auch hier ist eine Sendung mit Leutenegger als Moderator unerwünscht. "Für uns kommt es nicht in Frage, dass ein Parlamentarier, der für die kommenden Wahlen kandidiert, eine Sendung leitet", winkt Wolfgang Frei, Chef von PresseTV ab. Bleiben die Sender U1 und Star TV. Beide erklären auf Anfrage von "persoenlich.com", Interesse an einem Politformat mit Leutenegger zu bekunden. Konkrete Pläne jedoch, dass eine Sendung mit Leutenegger in den nächsten Wochen und Monaten aufgeschaltet wird, gibt es derzeit weder bei Star TV noch bei U1. Eine Klärung, wer die finanzielle Verantwortung einer Politsendung tragen soll, fand bislang nicht statt.
Star TV bis Ende Jahr mit regelmässiger Polit-Talksendung