Filme im Schnelldurchlauf

US-Fernsehen - Wie US-Kabelsender mehr Zeit für Werbung schaffen.

Filme und Serien wie "Der Zauberer von Oz" (im Bild), "Seinfeld" oder "Friends" werden in den USA neuerdings im Schnelldurchlauf ausgestrahlt. Zeit ist schliesslich Geld. Um mehr Werbung schalten zu können, drücken amerikanische Kabelsender auf die Tube, wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das "Wall Street Journal" berichtet. So singt etwa Judy Garland in der kunterbunten Zauberwelt von Oz nun sieben Prozent schneller als bisher.

Erfolgsserien, Filmklassiker - erstaunlicherweise alles lässt sich alles komprimieren. So kann bei einer 30-minütigen Serienfolge etwa zwei Minuten mehr Zeit für Werbung geschaffen werden. Im US-Radio ist das bereits ein etabliertes Verfahren, im Fernsehen war es technisch lange nicht möglich. Stimmen waren verzerrt, Bilder sind gesprungen. Jetzt ist alles digitalisiert, alte Filme werden auf Hochglanz poliert und können so mittlerweile schneller abgespielt werden - und fast niemand merkt es.

Erst durch genaueres Hinsehen fällt einem der Unterschied auf: King Kongs Gebrüll etwa wirkt durch die Beschleunigung harmloser. Gekürzt wird nichts, behaupten die Sender. Dabei sind Kürzungen schon lange üblich. Bislang allerdings nur beim Vorspann. Die eigentlichen Inhalte blieben unversehrt. Das hat sich jetzt geändert. (as/Süddeutsche)

Bild: Keystone