Fluchen wieder erlaubt

US-TV - Präsident Bush schafft Präzedenzfall.

Fluchen soll im amerikanischen Fernsehen wieder erlaubt werden. Ein US-Gericht hat jetzt entschieden, dass TV-Sender für Kraftausdrücke auf ihren Kanälen nicht mehr belangt werden dürfen. Das berichtet der Spiegel Online am Mittwoch.

Ein Berufungsgericht hat eine umstrittene Auflage der Fernmeldeaufsicht FCC (Federal Communications Commission) für nichtig erklärt. Demnach mussten Fernsehsender mit Bussgeldern rechnen, wenn in ihren Formaten Vulgärsprache gebraucht wurde.

Anlass zur umstrittenen Regelung sei ein Kommentar von U2-Barde Bono während der Golden-Globe-Verleihung 2003 gewesen, als er sagte: "This is really, really fucking brilliant!" Die FCC belangte daraufhin den US-Sender NBC. Die FCC-Abgesandten von Präsident Bush ordneten daraufhin eine striktere Sprachregelung für die Ausstrahlung von Sendungen an. Das amerikanische Gesetz verbannt "fleeting expletives" vom Bildschirm, also "flüchtige" Kraftausdrücke. Für die US-Gerichtsbarkeit sei es aber fraglich, ob FCC eine verfassungskonforme Erklärung für diese Regelung liefern könne.

Hauptargument der Richter ist ein Einwand der Anwälte des Fernsehsenders NBC, dass Politiker ungestraft davonkommen, wenn sie fluchen. Prekärer Präzedenzfall: Präsident Bush selbst wurde auf dem G-8-Gipfel in St. Petersburg 2006 gefilmt, wie er im Gespräch mit Tony Blair das Wort "Shit" gebrauchte.