Fotos von René Burri ausgestellt

Kunsthaus Wien - Retrospektive des Schweizer Pressefotografen.

Er ist "zwei Stunden lang um Che Guevara herumgetanzt" und sass mit Pablo Picasso und einer Musikkapelle im Hotelzimmer: Der Schweizer René Burri machte sich ab Mitte der 50er Jahre als Pressefotograf einen Namen. Jetzt widmet ihm das Kunsthaus Wien eine Retrospektive. Burri arbeitete jahrzehntelang als Mitglied der renommierten Magnum-Agentur für internationale Printmedien. Sein Porträt von Ernesto "Che" Guevara ging um die Welt. Es ist eines von 400 Bildern, die in Wien gezeigt werden.

Die Retrospektive soll beide Seiten Burris vereinen: die des Presse- und die des privaten Autorenfotografen. "Burri ist als Fotograf nie in die üblichen Fallen getappt", so Hans-Michael Koetzle, Kurator der Schau, "seine Bilder waren immer politisch aber auch formal anspruchsvoll; immer ästhetisch aber mit politischem Hintergrund." Die Ausstellung im Kunsthaus lässt Burris Schaffen in Kapiteln Revue passieren, von den Anfängen als Schüler Hans Fislers bis zu seinen Künstler-Porträts und Kriegsfotografien.

Seine erste Veröffentlichung hatte er als 22-Jähriger mit einer Reportage über eine Gehörlosenschule; für Aufsehen sorgte 1962 sein Bildband "Die Deutschen", den er bis in die 90er Jahre stets erweiterte. Als "neutraler" Schweizer konnte er sowohl in der DDR als auch in Westdeutschland fotografieren, dokumentierte den Mauerbau ebenso wie den Mauerfall. Neben gerahmten Fotos an der Wand zeigen Ausschnitte aus Zeitschriften die Bandbreite an Themen, die er behandelte, und Medien, die er belieferte. "Ich habe alles aufgehoben", erzählte der 77-Jährige am Mittwoch vor den Medien.