Der Genfer Regierungspräsident François Longchamp zeigt sich besorgt über die Entwicklungen in der Schweizer Presselandschaft. Der Staatsrat kritisierte am Donnerstagabend die jüngst kommunizierte Entscheidung von Tamedia, die Wirtschafts- und Auslandredaktionen der «Tribune de Genève» nach Lausanne zu verschieben.
Der Präsident der Genfer Regierung sagte anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums des Genfer Club suisse de la presse gegenüber der Zeitung, die Genfer Regierung sei über den Entscheid sehr erstaunt, vor allem in Bezug auf die Wirtschaftsberichterstattung.
Longchamp rief in Erinnerung, dass das Genfer Bruttoinlandprodukt pro Kopf jenes der Bewohner und Bewohnerinnen von Lausanne um fünfzig Prozent übersteige. Auch für die Verschiebung der Auslandredaktion hat der Magistrat angesichts des internationalen Charakters der Stadt Genf kein Verständnis.
Der FDP-Staatsrat wirft dem Medienkonzern Tamedia vor, seine Mission aus den Augen zu verlieren. Er mache finanzielle Gründe für die Neuorganisation seiner Zeitungen geltend, während er gleichzeitig zwanzig Prozent Gewinn einfahre. (sda/tim)