Frank A. Meyer lobt neuen Blick

Ringier - "Blick" arbeite besser als "Bild".

Mit gewohnt grossen Worten hat sich Ringier-Denker Frank A. Meyer in einem internen Verlagsworkshop über aktuelle Themen geäussert. Dabei würdigte er ausgiebig das neue Layout des "Blick". "Der Blick ist nun wieder eine grosse Zeitung. Er ist überhaupt nicht schmuddelig, sondern unglaublich gepflegt und hat auch besseres Papier." Auch im internationalen Verlgleich könne die Zeitung nun wieder mithalten: "Der Blick ist heute besser gemacht als Bild. Und er ist im Niveau auch an einem anderen Ort als Bild", sagte Meyer, interviewt vom Fernsehmann Ueli Heiniger.

Auch über die Zukunft der Zeitungen äusserte er sich: "Ich glaube nicht, dass das Papier verschwindet." Es stimme nicht, dass die Zeitungen auf einer Rutschpartie seien. Die Zeitungen, die heute Probleme haben, seien falsch finanziert. "Wenn wir - wir, die wir Zeitungen und Zeitschriften machen - uns so intensiv mit der Optimierung unserer Geschichten auseinandersetzen würden wie mit der Zukunft von unserem Metier, dann würden wir auch weniger Leser verlieren. Wir haben doch selber, durch eine oberflächliche Art unseren Journalismus zu machen, unsere Zeitungen entleert. Es war nicht mehr zwingend uns zu haben." Wenn man dazu zurückkomme, dann hole man auch die Leser wieder, sagte Meyer, anlässlich der internen Ringier-Weiterbildungsveranstaltung "Denk-Werkstatt".

Auch über den "Blick am Abend" äusserte er sich: Er bekomme das Blatt zwar selten zu Gesicht, aber er habe Chefredaktor Peter Röthlisberger schon gesagt, dass er dessen Produkt besser finde als die morgendliche Pendlerzeitung "20 Minuten". Allerdings, betonte er und schwang den Zeigefinger, politisieren solle Röthlisberger in seinem Blatt nicht. Hier gelte die Devise: Schuster bleib bei deinen Leisten. "Die Redaktion sollte sich nicht aufschwingen über Bundesräte so hinwegzufegen", sagte Meyer und spielte dabei unter anderem auf die Titelgeschichte zum Libyen-Skandal an, in der Bundesrat Merz als "Bundesrat Nötzli" verhöhnt wurde. "Eine Zeitung am Abend soll mich unterhalten. Die soll fröhlich sein. Wenn man Bundesräte hochnehmen will, dann muss es glossierende Klasse haben."