Freien Kameraleuten die Tarife gekürzt

tpc - Unzufriedene gründen neuen Verband.

Die tv productioncenter zürich ag (tpc) hat den Tarif der freien Kameraleute um 5 Prozent reduziert. Das schreibt der neu gegründete Verband der Schweizer Kameraleute ENG-Schweiz in einer Mitteilung. Der Zusammenschluss erfolgte aufgrund des zunehmenden Unmuts über diese Tarifreduktion und die Unzufriedenheit über die immer strengeren Arbeitsbedingungen.

Der Verband ENG-Schweiz wurde von Kameraleuten gegründet, die für die Produktionsfirma tpc ag (Tochtergesellschaft der SRG) arbeiten. Gemeinsam wollen sie ihre Anliegen gegenüber den SRG Unternehmens-Einheiten besser und einheitlich vertreten. Die Kameraleute sehen sich als Leidtragende der kleiner werdenden Redaktionsbudgets, die durch den Kostendruck verursacht werden, unter dem das Schweizer Fernsehen stehe.

Betroffen seien vor allem jene Kameraleute, die als "Freie" arbeiten und Inhaber einer Produktionsfirma sind. Diese Firmeninhaber seien nun gezwungen worden, per Januar 07 eine Tarifreduktion von 5 Prozent (in Einzelfällen über 10 Prozent) hinzunehmen, unter der Androhung einer Kündigung der Zusammenarbeit. Mit der erzwungenen Tarifkürzung würde der Tagesansatz laut ENG-Schweiz unter jenen von 1993 sinken.

Vorgehen 'hart und unfair'

Der Verband bezeichnet das Vorgehen des tpc als hart und unfair. Die Tarife seien seit 15 Jahren nicht mehr der Teuerung angepasst worden, obwohl das Schweizer Fernsehen als grösster Auftraggeber des tpc im selben Zeitraum mit diversen Gebührenerhöhungen 26 Prozent mehr Mittel erhalten habe. Zudem habe die SRG bei ihrer erst kürzlich beantragten Gebührenerhöhung gerade die neuen Technologien als einer der Hauptgründe für den neuen Finanzbedarf aufgeführt.

Da Mitglieder der ENG-Schweiz im selben technischen Umfeld und mit dem selben Equipment wie das SF und die tpc ag arbeiten würden, bedeute das auch für die freien Kameraleute Mehrkosten. ENG-Schweiz will die Kürzung der Tagespauschale deshalb nicht einfach hinnehmen und wird in den nächsten Tagen mit den Verantwortlichen des SF und der tpc ag das Gespräch suchen, wie es in der Mitteilung abschliessend heisst.