Der Schweizer Presserat, das Organ zur Selbstkontrolle der Printmedien, und die Verleger reden wieder miteinander. Mitte Oktober wollen beide Seiten Gespräche über die umstrittene Aufnahme der Verleger in den Presserat aufnehmen. Noch vor einem Jahr seien die Fronten verhärtet gewesen, sagte Guido Blumer, Verleger des Winterthurer Stadtblatts, anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbandes Schweizer Presse (VSP) am Donnerstag in St. Moritz.
Die Verleger hätten daraufhin die Initiative ergriffen, um ein eigenes Selbstkontrollorgan aufzubauen. Vor wenigen Wochen sei nun der Stiftungsrat des Presserates an die Verleger gelangt, um gemeinsam Gespräche über einen Einsitz zu führen. Auch das Schweizer Fernsehen sei eingeladen worden. Die Verleger streben eine Zusammenarbeit in der Medienethik mit einer substanziellen Vertretung im Presserat an. Eine Junktim mit einem GAV, der Mindestlöhne enthält, lehnen die Verleger dagegen ab.
Die Gewerkschaften, die im Presserat vertreten sind und noch im letzten Jahr den Einsatz der Verleger abgelehnt haben, zeigen sich für Gespräche offen. Sie wollen bei der Ethik aber keine Abstriche machen, wie Impressum-Zentralsekretär Urs Thalmann sagte.