Der Internetanbieter AOL macht sich fit für einen Frontalangriff auf klassische TV-Sender. Mit dem neuen Chef Randy Falco soll der Strategiewechsel des Konzerns weiter umgesetzt werden, berichtet die Washington Post. Falco möchte AOL zu einem ernsthaften Konkurrenten im Fernsehgeschäft aufbauen. Im Gegensatz zur Vergangenheit, als der Konzern sein Kerngeschäft auf den Internetzugang konzentriert hatte, setzt man mittlerweile besonders auf Werbeerlöse aus dem Web. Nicht zuletzt, weil immer mehr Nutzer von traditionellen Sendern auf Online-Videos wechseln.
"In Deutschland stehen für uns derzeit bewegte Bilder und Videoinhalte im Internet sowie deren Vermarktung an erster Stelle", so AOL Deutschland auf Nachfrage von pressetext. Der Konzern erhofft sich, die Werbeerlöse im Web noch weiter zu steigern. Allein im dritten Quartal verzeichnete AOL einen Zuwachs von 46 Prozent bei den Werbeeinnahmen. Branchenweit rechnet Falco mit jährlichen Wachstumsraten zwischen 20 und 30 Prozent. Zudem geht er davon aus, dass traditionelle und neue Medien künftig mehr und mehr miteinander verschmelzen werden. Diese Entwicklung wird für die klassischen Medien jedenfalls schwieriger zu bewältigen sein.