Balz Bruppacher (Gesamtwerk), Viktor Dammann (Kategorie Zeitung), Mathias Ninck (Kategorie Zeitschrift) sowie Christian Kündig und Lukas Messmer (Kategorie Nachwuchs) sind am Donnerstag in Zürich mit dem Zürcher Journalistenpreis 2010 ausgezeichnet worden. Ihre Arbeiten zeugten von einem "hohen Niveau des Medienschaffens in der gedruckten Presse", teilte die Stiftung Zürcher Journalistenpreis mit. Die Auszeichnung wird seit 1981 jährlich verliehen. Pro Kategorie werden 10'000 Franken vergeben. Eingereicht wurden 121 Beiträge.
Balz Bruppacher, der vor 30 Jahren den Schweizer Dienst der Nachrichtenagentur AP mit aufgebaut und 26 Jahre lang als Chefredaktor geführt hat, habe mit seinen Berichten - vor allem mit den Analysen im wirtschaftlichen Bereich "Geschichte geschrieben", sagte Jurymitglied Andrea Masüger. Die Auszeichnung des Agenturjournalisten sei zudem "ein Denkmal für alle, die im Schatten stehen, und die im Stillen grossartigen Journalismus leisten". Der Schweizer AP Dienst wurde im Frühjahr eingestellt.
Für seinen Beitrag zur Aufdeckung der Vorfälle im Pflegezentrum Entlisberg, in dem Pflegende Patientinnen demütigten und filmten, erhielt der Gerichts- und Kriminalreporter des "Blick", Viktor Dammann, den Preis in der Kategorie Zeitung. Die Umsetzung der Geschichte, verrate einen "Boulevard-Profi, der sich der Sache und den Opfern verpflichtet fühlt", so die Jury. "Magazin"-Redaktor Mathias Ninck bekam den Preis in der Kategorie Zeitschrift für seinen Bericht über Ernst Roduner, den ehemaligen eidgenössischen Untersuchungsrichter. Ninck hat laut Jury "hineingeleuchtet in den Schweizer Justizapparat, der sich ungern in die Karten blicken lässt".
Der Nachwuchspreis ging an Lukas Messmer und Christian Kündig für eine Reportage in der "Zürcher Studierendenzeitung". Sie hätten einen mitreissenden 24-Stunden-Bericht aus einer verrauchten und verruchten Bar verfasst, befand die Jury. (sda)