Im Rahmen der Reorganisation von swissinfo.ch sind fünf Journalisten entlassen worden. Insgesamt muss swissinfo bis Ende 2012 40 Vollzeitstellen streichen, weil das Jahresbudget der Internet-Informationsplattform um 9 Millionen Franken gekürzt wurde. Die Zahl der Vollzeitstellen bei swissinfo müsse um 40 reduziert werden, um bis Ende 2012 noch 86 zu betragen, sagte Chefredaktor Christophe Giovannini am Donnerstag der Nachrichtenagentur sda. Der Stellenabbau erfolge hauptsächlich durch natürliche Abgänge, vorzeitige Pensionierungen, Arbeitszeitreduktionen und Transfers in andere SRG-Einheiten. Zu wievielen weiteren Entlassungen es bis Ende 2012 noch kommen werde, sei offen.
Die fünf entlassenen Journalisten arbeiteten in den deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Redaktionen, die im Januar 2012 fusioniert werden. Nach ihrer Zusammenlegung werden die drei nationalen Redaktionen nur noch 15 Journalisten mit 80-Prozent-Anstellung haben - fast die Hälfte weniger als bisher. Das Jahresbudget der Internet-Plattform für Auslandschweizer und an der Schweiz interessierte Ausländer, dem ehemaligen Schweizer Radio International, wird von 26 auf 17 Millionen Franken sinken. Die nächste Etappe der Restrukturierung von Swissinfo.ch betrifft die Abteilungen Administration und Technik. Sie soll bis im Sommer 2012 erfolgen. "Entlassungen sind auch in diesen Bereichen nicht auszuschliessen, aber es wird wahrscheinlich Transfers in andere SRG-Einheiten geben", sagte der Chefredaktor.
Das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) bezeichnete den Abbau bei den journalistischen Kapazitäten, vorab bei den landessprachlichen Redaktionen, als einen strategischen Fehler. Eine vertiefte Berichterstattung in den Landessprachen sei nicht nur für die Auslandsschweizer von zentraler Bedeutung. Wichtig sei diese auch für die ausländischen "opinion leaders" wie Diplomaten oder Wirtschaftskreise. Für diese Zielgruppe sei swissinfo die zentrale Quelle, wenn sie sich ein objektives, verlässliches und ausgewogenes Bild der Schweiz machen wollten.
Der Journalistenverband impressum äusserte sich bestürzt über den Entscheid von Swissinfo, die Budgetkürzungen über einen Abbau von Stellen zu lösen. Dies werde das Angebot von Swissinfo empfindlich einschränken. Die von Kündigungen Betroffenen würden in einen immer noch ausserordentlich schwierigen Arbeitsmarkt entlassen. (sda)