Für ein sinnvolles Arbeitszeiterfassungsmodell

Verband Schweizer Medien - Der geltende gesetzliche Rahmen biete einen gewissen Spielraum.

Die Frage, wie die Arbeitszeit nach Arbeitsgesetz zeitgemäss erfasst werden kann, ist sowohl für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer von Interesse. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sucht bis Ende Jahr mit den Sozialpartnern einen Weg. Der Verband Schweizer Medien, der die privaten Medienhäuser vertritt, bringt sich aktiv und konstruktiv für ein sinnvolles System ein – dies auch auf politischer Ebene, wie der Verband in der Mitteilung vom Montag schreibt.

Die Arbeit der Medienschaffenden erfordert Flexibilität und gesetzliche Rahmenbedingungen, die sich an der Realität der Medienwelt orientieren. Eine zeitgemässe und praktikable Arbeitszeiterfassung ist für Medienhäuser ein zentrales Anliegen, um den berechtigten Erwartungen der Staatsbürger an eine qualitativ hochstehende Berichterstattung gerecht zu werden. Das Arbeitsgesetz sowie deren Verordnungen orientieren sich vornehmlich an einer industriellen Produktionsweise. Die moderne Arbeitswelt hat sich mittlerweile stark verändert. Eine starre und zwingende Erfassungspflicht entspricht nicht mehr der heutigen Arbeitsrealität.

Modell der Negativzeiterfassung als Basis 
Der geltende gesetzliche Rahmen bietet einen gewissen Spielraum. So ist beispielsweise kein bestimmtes System vorgeschrieben. Seit Jahrzehnten ist in den Medienhäusern weitherum das bewährte und allgemein - auch von den Medienschaffenden - akzeptierte Modell der Negativzeiterfassung im Einsatz. Dokumentiert werden die Abwesenheiten der Mitarbeitenden wie Ferien, Einbezug von Kompensationszeiten, Krankheit, Unfall, Militärdienst, Mutterschaft, Weiterbildung, Todesfall in der engen Familie etc. Der Verband Schweizer Medien engagiert sich dafür, dass auf Basis dieses Modells eine sinnvolle Lösung gefunden werden kann.

Die Medienhäuser nehmen die Verpflichtung den Mitarbeitenden gegenüber wahr und tun dies mit Überzeugung, denn nur Medienschaffende, die in einer Arbeitskultur des Vertrauens tätig sind, können hervorragende Arbeit leisten. Die Medienhäuser achten auf gesundheitsverträgliche Arbeitsplätze und Arbeitssicherheit. Dass eine strikte Ist-Arbeitszeiterfassung der Gesundheit förderlicher wäre, ist bislang nicht festgestellt worden. Die Möglichkeit der Medienschaffenden, ihre Arbeit in einem hohen Grad selber einzuteilen und beträchtliche Eigenverantwortung für die Arbeit übernehmen zu können, ist mitentscheidend für Zufriedenheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Der Verband Schweizer Medien ist gewillt, zusammen mit den Behörden und den Sozialpartnern eine zukunftsfähige, praktikable Lösung zu finden. (pd)