Abschied und Neuanfang beim Burgdorfer Tagblatt: Die älteste bernische Tageszeitung ist am Mittwoch, den 29. Dezember, zum letzten Mal in gewohnter Form erschienen. Am Neujahr wurde das Blatt mit der Aemme Zytig zusammengelegt. Die neue Gratiszeitung wird wöchentlich einmal in einer Grossauflage von 31'200 Exemplaren an alle Haushaltungen in der Region verteilt. In Burgdorf und Oberburg heisst das Blatt weiterhin Burgdorfer Tagblatt, in der übrigen Region erscheint es als Aemme Zytig.
Liberales Kampfblatt
Der "Tägu", wie die Burgdorfer ihre Lokalzeitung nannten, hat eine wechselvolle Geschichte mit diversen Neuanfängen hinter sich. Bei ihrer Gründung 1831 hiess die Zeitung Berner Volksfreund und war eine der wichtigsten politischen Zeitungen der bernischen Regenerationszeit, wie im Historischen Lexikon der Schweiz nachzulesen ist. Hinter dem Berner Volksfreund standen die Gebrüder Ludwig, Karl und Hans Schnell. Die Zeitung galt als liberales Kampfblatt und wurde zu Beginn noch im zensurfreien Solothurn gedruckt. Erst als die neue, liberale Berner Verfassung angenommen wurde, konnte der Volksfreund in Burgdorf herausgegeben werden. Der Emmentaler Dichterpfarrer Jeremias Gotthelf publizierte regelmässig in der Zeitung.
Grosse Zäsur
Erst 1911 wurde die Zeitung -- nach diversen Neuausrichtungen und Namenswechseln -- als Burgdorfer Tagblatt herausgegeben. 1990 kam es zu einer grossen Zäsur, als sich die Burgdorfer Tagblatt AG entschloss, das Blatt nicht mehr selber herauszugeben. Stattdessen verpachtete sie das Verlagsrecht an eine Betriebsgesellschaft bestehend aus der Berner Tagblatt-Medien AG (heute Espace Media Groupe) und der Druckerei Haller und Jenzer.