20.04.2021

NZZ

Fusion mit RMH Regionalmedien geplant

Mit dem Zusammenschluss soll das Medienunternehmen mehr Handlungsfreiheit gewinnen.

Die Struktur in der NZZ-Gruppe soll vereinfacht werden. Die RMH Regionalmedien, die in der Medienhäuser in St. Gallen und Luzern zusammengefasst wurden, sollen nun ganz von den NZZ-Regionalmedien übernommen werden.

Der Verwaltungsrat der RMH Regionalmedien AG beantragt diesen Schritt der Generalversammlung vom 25. Mai, wie es in einer Medienmitteilung vom Dienstag heisst. Die RMH Regionalmedien sollen dabei mittels Absorptionsfusion und unter Ausschluss der Minderheitsaktionäre in der NZZ Regionalmedien AG aufgehen.

Die RMH Regionalmedien waren aus der Fusion der zur NZZ-Gruppe gehörenden Medienhäuser LZ Medien Holding AG und der Tagblatt Medien Holding AG hervorgegangen. 97 Prozent der Aktien hält die NZZ.

Unter einem Dach

Die Minderheitsaktionäre hätten sich ursprünglich in einem der Medienhäuser in der Ost- und der Zentralschweiz engagiert, heisst es in der Mitteilung. Unter anderem mit der Schaffung des Gemeinschaftsunternehmens CH Media, mit der die NZZ- und AZ-Regionalmedien unter einem Dach vereinigt wurden, habe sich die Situation geändert. «Der ursprünglich direkte Bezug zu den regionalen Medien hat sich durch diesen strukturellen Wandel weitgehend aufgelöst.»

Mehr Handlungsspielraum

Den verbliebenen RMH-Minderheitsaktionären soll gemäss Mitteilung eine Barabfindung von 245 Franken pro Aktie ausgerichtet werden. Mit der Fusion der RMH in die NZZ Regionalmedien gewinne das Unternehmen an Handlungsfreiheit, heisst es weiter. Die RMH als selbständige Gesellschaft mit Minderheitsaktionären aufrechtzuerhalten, sei mit unverhältnismässigen Aufwänden verbunden, wird Felix Graf, Verwaltungsratspräsident der RMH Regionalmedien AG, zitiert. (sda/lom)


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KOMMENTARE

Beat Fux
20.04.2021 11:53 Uhr
Fakt ist: Die AG für die NZZ besitzt 97% der RMH Regionalmedien AG, die zu 50% an CH Media beteiligt ist (und zusätzlich zwei regionale TV-Sender betreibt). Die genannten regionalen Zeitungen (Luzerner Zeitung und Kopfblätter und St. Galler Tagblatt und Kopfblätter) gehören der CH Regionalmedien AG, die schon zu 100% Tochter von CH Media ist. Die NZZ dreht das so, dass sie angeblich "ihre" Regionalmedien unabhängig machen will, jedoch will sie die volle 50%-Kontrolle über die CH Media gewinnen. Damit kann sie den Verkauf ihres Anteils an CH Media an die Wanners vereinfachen, das heisst, die 3% Kleinaktionäre reden nicht mehr mit. Grafs Aussage "Die RMH als selbständige Gesellschaft mit Minderheitsaktionären aufrechtzuerhalten, sei mit unverhältnismässigen Aufwänden verbunden" wirklich ironisch - denn es wurde im Februar 2021 eigens das Unternehmen "NZZ Regionalmedien AG" gegründet (s. Zefix).
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