Fusion zwischen Westschweizer Fernsehen und Radio

TSR/RSR - Grundsatzentscheid im April.

Im April entscheidet sich, ob das Westschweizer Fernsehen (TSR) mit dem Westschweizer Radio (RSR) fusioniert. Ziel der Heirat sind laut TSR-Chef Gilles Marchand nicht Sparüberlegungen. Dank Synergien sollen die Programminhalte gestärkt werden. "Die Verwaltungsräte der SRG und der RTSR (Westschweizer Radio und Fernsehen) müssen im April einen ersten Grundsatzentscheid fällen", erklärte Marchand in einem Interview mit den Tageszeitungen "Tribune de Genève" und "24 Heures" vom Montag.

Er sei überzeugt, dass es richtig sei, die beiden Unternehmen zusammenzuführen. Zielhorizont ist laut Marchand das nächste Jahr. Bei der Fusion würde nicht einfach das Radio durch das Fernsehen "aufgesogen". "Wir wollen eine neue Multimedia-Unternehmung mit mehreren Standorten gründen."

Konkret gehe es darum, eine starke Firma aufzubauen, die fähig sei, Radio, Fernsehen und Web-Inhalte zu produzieren. Dank den Synergien sollen Mittel frei werden, die dann in das Programmangebot reinvestiert werden können. Die Fusion sei auch wegen der verstärkten Konkurrenz im Mediensektor nötig. Für die Angestellten sei das Projekt mit Änderungen verbunden."Es ist gut möglich, dass wir teilweise Posten streichen werden, um in einem anderen Gebiet neue zu schaffen", sagte Marchand weiter. Einige Mitarbeiter müssten dabei vielleicht den Beruf wechseln. Das sei aber auch eine Chance für deren Berufskarriere.

Er glaube daran, dass es möglich sei die Firmenkulturen des Fernsehens und des Radios zusammenzuführen, "ohne dass es dabei zu Psychodramen" komme. Zum Gerücht, dass alle Informationsgefässe in Genf konzentriert werden sollen, erklärte Marchand, dass noch nichts entschieden sei. Die News könnten auch in Lausanne angesiedelt werden. "Selbst wenn wir für die News Genf wählen sollten, würde in Lausanne weiterhin Fernsehen und Radio produziert." (sda)