Viele in diesem Jahr neu gestartete Unterhaltungsformate des Schweizer Fernsehens hatten mit tiefen Quoten und schlechten Kritiken zu kämpfen. Die verantwortliche Abteilungsleiterin Gabriela Amgarten schwieg mehrheitlich dazu. Die Mediensprecher mussten sich unzählige Male mit der Floskel behelfen: "Neue Sendungen brauchen Zeit, um ihr Stammpublikum zu finden." Aktuell zeigt der Trend aufwärts. Zu einem Publikumshit entwickelt sich die Show "Die grössten Schweizer Hits". Die Ausstrahlung des Films "Die Herbstzeitlosen" bescherte SF höchste Marktanteile. Mässig gestartete Sendungen wie "Einstein" oder "Happy Day" legen zu.
Mit den steigenden Quoten bei den Unterhaltungssendungen scheint auch Gabriela Amgarten wieder gesprächiger zu werden. Sie lud am Donnerstag zu einem Medienfrühstück. Nach dem langen medialen Schweigen der Unterhaltungschefin war das Medieninteresse entsprechend gross. 35 Journalisten meldeten sich für den Pressetermin beim Schweizer Fernsehen an.
Dass die Abteilung Unterhaltung gerade jetzt zu einem Pressetreffen lädt, ist laut Amgarten ein Zufall und hat nichts mit den momentan gestiegenen Marktanteilen ihrer Sendungen zu tun. Es sei auch nicht so, dass extra auf einen günstigen Zeitpunkt gewartet wurde, um kommunikativ in die Offensive zu gehen. Man habe schon zu Beginn des Jahres beschlossen, die neuen Formate erst einmal laufen zu lassen und nicht jede aufkeimende Kritik gross zu kommentieren. Ein Fazit habe man dann Ende des Jahres ziehen wollen, erklärte die Unterhaltungschefin im Gespräch mit persoenlich.com.
Bei den Erkenntnissen, welche im Rahmen des Medienfrühstückes nun präsentiert wurden, schien eine gewisse Einsicht mitzuspielen, dass man nicht alles schön reden kann. So gab Amgarten unumwunden zu, dass Formate auf dem Programmplatz vom Dienstagabend auf SF zwei -- wie "Baschi national" oder "Stunthero" -- "komplett verschossen" sind, weil solche Sendungen ins programmlich meist sportlich dominierte Umfeld eigentlich nicht reinpassen und es so schwer haben, ihr Publikum zu finden. Man brauche aber diesen "Laborplatz", um neue Sendeinhalte zu testen.
Dass sie die Programmplätze von Presse TV lieber heute als morgen zu Verfügung hätte, wollte Amgarten so nicht bestätigen. Sie gab aber gegenüber "persoenlich.com" zu, dass diese Sendezeiten attraktiv sind und fügte an: "Wären die Formate von Presse TV Produktionen von SF, wären sie aufgrund der Quoten sicher nicht mehr im Programm." "Stunthero" kann übrigens für sich in Anspruch nehmen, die erste SF-Eigenentwicklung in der Abteilung Unterhaltung zu sein, deren Konzept ins Ausland verkauft wurde. Auch mit "SF bi de Lüt -- Ein Dorf nimmt ab" habe man in internationalen Fachkreisen für Aufsehen gesorgt, so Amgarten.
Zu Sendungen, die nicht optimal angelaufen sind -- wie aktuell "Zart oder Bart?" -- meinte die Unterhaltungschefin: "Noch keine Show ist in der Form auf Sendung gegangen, wie sie später zum Erfolg wurde." (sw)
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