Der Landbote verzichtet ab April auf die wöchentlichen Beiträge von Kathrin Bänziger auf der Meinungsseite "Tribüne". In Winterthur sorgt dies für Gesprächsstoff, denn Bänziger ist die Frau des Stadtpräsidenten Ernst Wohlwend. "Maulkorb für Gattin von Winterthurer Stapi" titelt deshalb Radio Top in einem Communiqué und schreibt von einem "Schreibverbot". Als Grund für die Absetzung Bänzigers wird der Zusammenschluss des Landboten mit der Thurgauer Zeitung genannt. Eine der diversen Veränderungen, die beim zusammenschluss zum Tragen kommen würden, sei eine Entpolitisierung der Meinungsseite "Tribüne".
Bänziger ist laut Radio Top enttäuscht. Im Interview zeigt sie wenig Verständnis für den Entscheid: "Ich bin der Meinung, in unserer Zeit braucht es nicht eine Entpolitisierung, sondern je länger je mehr eine Politisierung der Menschen." Aus Protest will die Kommentatorin bereits in der nächsten Ausgabe des Lanboten nichts mehr schreiben.
Gegegüber "persoenlich.com" wehrt sich Landbote-Chefredaktorin Colette Gradwohl gegen die kursierenden Vorwürfe: Bänziger wirke seit eineinhalb Jahren als Kommentatorin auf der Meinungsseite "Tribüne". Nun habe man ihr und zwei weiteren Autoren mitgeteilt, dass man mit ihnen künftig nicht mehr zusammenarbeiten wolle. "Das ist kein Schreibverbot, sondern ein normaler Vorgang. Es ist doch üblich, dass die Verfasser der 'Tribüne'-Beiträge ihren Platz nicht ewig behalten", so Gradwohl. Künftig soll sich das "Tribüne"-Team sowohl aus dem Raum Winterthur als auch neu aus der Region Thurgau zusammensetzen.