Gebührenerhöhung für Digitalangebot gefordert

BBC - Privatsender fürchten Wettbewerbsverzerrung.

Während Grossbritanniens öffentlich-rechtlicher Sender BBC eine Gebührenerhöhung fordert, fürchten die Privatsender, wie in anderen EU-Ländern auch, eine Wettbewerbungsverzerrung zu ihrem Nachteil. Die Regierung überprüft derzeit eine Neuauflage der Finanzierung der unabhängigen Rundfunkanstalt. Kritik wird laut an der Programmgestaltung des einst vorbildlichen Senders, dessen Qualität im Rahmen des Quotenwettkampfes mit den Privatsendern mehr und mehr an Qualität einbüße, heisst es im Media Guardian. Die BBC begründet die geforderte Erhöhung mit dem Ausbau moderner Übertragungsangebote wie digitales Fernsehen und Internet.

Die sinkenden Zuschauerzahlen bringen die Rundfunkanstalt in Zugzwang. Im Jahresbericht der BBC, der diesen Monat veröffentlich worden ist, spricht Mark Thompson, BBC-Chef, von der Beziehung zu den Zuschauern, die sich im stetigen Wandel befindet. "Die BBC macht derzeit einen grossen Wandel durch, da sie von der traditionellen, linearen Übertragung zu anspruchsvollen und interaktiven digitalen on-demand Medien übergeht", so Thompson.

Pläne der BBC in kommerzielle Aktivitäten vorzudringen, haben jedoch die Privatsender aufgebracht. Im Zentrum der Kritik stehen die Werbeeinnahmen der BBC-Radiosender und -Webseiten sowie des TV-Senders BBC World. Das TV-Programm der BBC für Grossbritannien darf keine Werbung ausstrahlen. Auch in Deutschland sprach sich die Privatwirtschaft im Mai dieses Jahres gegen die geforderte Aufstockung der Finanzmittel der Online-Aktivitäten öffentlich-rechtlicher Sender aus.

Sollte die Gebührenerhöhung in vollem Ausmass durchgesetzt werden, fürchtet Charles Allen, Chef des britischen Privatsenders ITV, eine derartige Wettbewerbungsverzerrung, dass es für kommerzielle Fernsehsender unmöglich sein werde auf derselben Ebene mitzuhalten. Jeder Brite im Besitz eines Fernsehgerätes zahlt im Jahr eine Fernsehgebühr von 193 Euro.