Am Mittwoch startete die erste Ausgabe von "Filippos Politarena". Was ist gleich wie beim Original vom Schweizer Fernsehen? In welchen Punkten ist die private Produktion besser oder schlechter? Die drei Hauptgäste Christoph Blocher, Hildegard Fässler und Fulvio Pelli sind sich einig: Eine vertiefende Diskussion ist wichtig. Es dürfen es nicht zu viele Gäste sein, aber dafür die richtigen. Und Blocher findet Leuteneggers Arena besser.
"Es war wie zu Urzeiten der Arena, also wie früher als Filippo Leutenegger noch bei SRF moderierte. Wir, die drei Hauptgäste standen in der Mitte, an den alten Stehpulten", sagt Hildegard Fässler gegenüber persoenlich.com. Die SP-Politikerin diskutierte zusammen mit Fulvio Pelli und Christoph Blocher in der ersten Reihe bei Leuteneggers Startsendung, die seit Mittwoch auf im Internet verfügbar ist und am Mittwochabend auf Sat1 Schweiz ausgestrahlt wurde.
Tatsächlich: Das Studio und die Anordnung der Gäste sind genau gleich wie vor 14 Jahren bei SRF. Leuteneggers Sendung dauert zwar nur 54 Minuten, anstelle von 75 Minuten bei SRF. Ausserdem wird sie immer wieder durch Werbung unterbrochen. Für Christoph Blocher ist die neue (eigentlich alte) Arena genau das richtige Format. "Die Arena, geführt von Filippo Leutenegger macht Spass. So muss diese Sendung sein! Sie ist zwar konfrontativ, aber richtig geführt und schafft einen Spannungsbogen über die ganzen 54 Minuten." Blocher gefällt, dass die "Themen nicht nur angeschnitten, sondern vertiefend diskutiert werden". Und er sagt: "Im Gegensatz zur SRF-Arena fallen sich die Teilnehmer gegenseitig weniger ins Wort."
Etwas vorsichtiger äussert sich Fulvio Pelli. Er will keine klare Wertung vornehmen. "Jeder Journalist hat einen eigenen Stil", sagt er auf Anfrage von persoenlich.com. "Das Diskussionsergebnis ist wichtig und dieses war meiner Meinung nach interessant für das Publikum." Doch auch Pelli scheint Leuteneggers Kopie zu gefallen, denn beim Original vom Schweizer Fernsehen ortet er einen gewichtigen Mangel: "Es gibt dort immer zu viele mitdiskutierende Leute. Das haben wir den Verantwortlichen bei SF auch schon gesagt: Weniger Leute vorne und auch weniger Leute hinten, das wäre besser." Und Pelli fügt an: "Generell kommt es vor allem auf die Zusammensetzung der Gäste an, nicht nur der moderierende Journalist ist wichtig."
Schliesslich bleibt die Frage, inwiefern sich denn für einen Politiker ein Auftritt in "Filippos Politarena" lohnt. Denn die Sendung ist zwar im Internet verfügbar und wird über Sat1 Schweiz, Telebärn, Tele M1, Tele Südostschweiz, das Schaffhauser Fernsehen und Star TV ausgestrahlt. Für Pelli lohnt sich die Teilnahme. Er sagt: "Eine Partei mitten im Wahlkampf will alle Leute erreichen. Dabei sind Regionalsender manchmal wichtiger als die Sender der SRG. Ob sich Leuteneggers Arena für die Veranstalter lohnt, das ist nicht mein Problem. Aber für uns Politiker lohnt es sich, daran teilzunehmen." (eh)