Die Polit-Sendung «Arena» kämpft schon seit einiger Zeit um bessere Quoten. Nun hat Moderator Jonas Projer angekündigt, dass sich via Twitter neu auch die Zuschauer einschalten können (persoenlich.com berichtete). Dies helfe der Sendung eher weniger, findet René Zeller in einem kritischen Kommentar in der NZZ.
In seinem Text erinnert sich Zeller an die guten Zeiten der «Arena» zurück: «Man erinnert sich an krachende Duelle, die unter der Regie des ersten Moderators Filippo Leutenegger stattfanden.» Doch mit den neuen Moderatoren habe sich das Konzept der Sendung gewandelt – nicht zum Guten, wie der Inland-Journalist bedauert: «Die Leutschenbacher Sendung krankt daran, dass sie inzwischen akut übermöbliert ist».
Projer, der aktuelle Moderator und ehemalige Brüssel-Korrespondent, präsentiere ein «kunterbuntes Potpourri»: «Televisionäre Einspieler unterbrechen Debatten, wahrhafte und vermeintliche Experten verfügen über ein Interventionsrecht, Spezialeffekte sollen das Publikum elektrisieren.»
Dass nun «die Segnungen der digitalen Revolution», womit Zeller Social Media meint, in die Sendung mit einbezogen werden sollen, ist ihm zu viel. Da die Sendung zeitverschoben ausgestrahlt werde, sei eine Einbindung der Tweets gar nicht möglich und die Sendeverantwortlichen müssten ein noch komplizierteres Drehbuch machen.
Laut Zeller markiert dies der Anfang vom Ende einer einmal beliebten Sendung: «Die angegraute «Arena» wandelt sich schleichend vom archaischen Streitgespräch zur aseptisch-filigranen Multimedia-Show.» Dies sei schade, schliesst Zeller. (sg)
Bild: SRF