Geht der Sender an Ausländer?

Radio 24 - Roger Schawinski kündet Widerstand an.

Das Verlagshaus Tamedia bereitet im Fall von Radio 24 das Terrain für einen ausländischen Käufer vor, wie die Zeitung "Der Sonntag" berichtet. Ein neuer Eigentümer aus dem Ausland würde "eine Bereicherung für die Medienvielfalt in der Schweiz darstellen", sagt Unternehmenssprecherin Eliane Gräser. Und weiter: "Wir stellen in den benachbarten ausländischen Märkten eine hohe Kompetenz im Radiobereich fest." Radio 24-Gründer und Medienpionier Roger Schawinski meint dazu: "Ich bin bereit, mich mit all meinen Möglichkeiten zu engagieren, damit Radio 24 nicht in falsche Hände gerät.", Radio 24 sei ein wichtiger und emotionaler Teil der Mediengeschichte der Schweiz. Deshalb solle der Sender nicht leichthin ins Ausland verhökert werden.

Die Hinweise auf eine zweite potente mögliche Käuferschaft neben Schawinski häufen sich gemäss "Der Sonntag". Nach seinen Informationen steht ein Investor aus Deutschland im Vordergrund. Dabei kursiere ein schillernder Name: Karlheinz Kögel. Er habe als Schreiner begonnen und sich ein beeindruckendes Imperium aus zeitweise 12 Firmen mit einem Gesamtumsatz von gegen einer halben Milliarde Franken zusammen gezimmert (Media Control GmbH, L’tur). Einen Fuss hat Kögel schon in der Schweizer Radioszene: Er ist Partner von Christian Heeb bei Radio Basel, der aus dem Sender aussteigen will. Die Anteile sollen Kögel übertragen werden. Publizist Karl Lüönd (Ex-"Züri Woche") fände den Verkauf von Radio 24 ins Ausland ebenfalls nicht gut: "Wenn Radio 24 in ausländischen Besitz gerät, kann dies problematisch sein", sagt Lüönd im "Sonntag". Er denkt dabei an eine Einflussnahme auf das Programm. Deutsche Privatsender setzen denn auch auf viel Musik und Hörerspiele, aber weniger auf Information. Das sei auch dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) bewusst. Es müsste einen Besitzerwechsel erst noch gutheissen. Erstmals äussert sich Bakom-Direktor Martin Dumermuth dazu: "Es ist uns ein Anliegen, dass ein allfälliger neuer Besitzer eine publizistische Sensibilität besitzt und Information nicht als Pflichtübung ansieht. Der Leistungsauftrag ist klar vorgegeben und muss auch künftig erfüllt werden."