Bei Ringier freut man sich über die geglückte Lancierung der neuen Gratiszeitung Cashdaily. "Alles läuft rund. Es gab keine Abstürze, wir haben nichts fundamental falsch gemacht", bilanziert Thomas Trüb, Ringier-Konzernleitungsmitglied und Gründervater von Cash daily, gegenüber "persoenlich.com". Seinen Angaben zufolge gehen bei einer Gesamtauflage von 100'000 Exemplare über die verschiedenen Absatzkanäle täglich bereits 60'000 - 70'000 Zeitungen weg. "Dies ist mehr, als wir vor der Lancierung budgetiert hatten", sagt Trüb. Die Strategie Ringiers, die k-Kioske der Valora als primären Vertriebskanal zu nutzen, könnte also aufgehen.
Dass die Gratiswirtschaftszeitung auf Interesse stösst -- gesicherte Zahlen zur Kioskauflage gibt es nicht -- wird durch eine von der Werbewoche durchgeführte Umfrage bei 20 k-Kiosken in Zürich, Bern und Basel gestützt: Auf Grund der Angaben des Kioskpersonals werde knapp die Hälfte der Kioskauflage von Cash daily abgesetzt -- Tendenz zunehmend. "Wenn wir das halten können, ist das ausgezeichnet", so Trüb. Er räumt jedoch ein, dass noch viel Feinarbeit nötig sei. Vielerorts sei Cash daily alles andere als optimal an den Verkaufsständen platziert.
Nicht ganz so zufrieden stellt Trüb das Leserinteresse am inhouse entwickelten Livepaper von Cash daily: In den ersten Tagen zählte die Redaktion bloss 7'000 - 8'000 Registrierungen. Trüb führt das verhaltene Interesse, Cash daily online zu lesen, auf den komplizierten Registrierungsprozess zurück, der in den nächsten Wochen vereinfacht werden soll.
Wie häufig die TV-Beiträge von Cash daily im Internet genutzt werden, lässt sich laut Trüb derzeit nicht abschliessend ermitteln. Ringier verfügt noch nicht über zuverlässige Zugriffszahlen. Optimistisch stimmt Trüb indessen, dass bisweilen bis zu 500 Personen gleichzeitig auf die TV-Beiträge zugriffen. Ebenfalls hat es Cash daily mit seinen Beiträgen bereits in die iTunes-Bestenliste geschafft. Die täglichen Filmbeiträge im Internet versteht der Konzern als Exerzierplatz für andere Titel: Weil Fernsehen im Internet nicht an Konzessionsbestimmungen des Bakoms geknüpft sind, kann die Redaktion Grenzen ausloten, wie dies im herkömmlichen TV nicht möglich wäre.
Im Anzeigenmarkt schlägt sich Cash daily wacker: Laut Trüb wird Cash daily sein "ambitioniertes Budget" "mit grosser Wahrscheinlichkeit" erreichen. Als grösste Herausforderung betrachtet es Trüb hier, die Werbekunden an die neuen, multimedialen Werbeformen heranzuführen. "Viele unserer Kunden sind gewohnt, Werbung über die klassischen Kanäle zu verbreiten. Bei Cash daily werden mehrere Kanäle gleichzeitig bedient. Viele Kunden betreten damit Neuland". Es liege an seinen Mitarbeitern, hier die nötige Überzeugungsarbeit zu leisten.