Genf erhält eine neue Wochenzeitung

ESH Médias - Der Westschweizer Verlag will die Lücke schliessen, welche die Einstellung des Gratisblatts GHI nach 56 Jahren hinterlässt. Der neue Titel soll Anfang 2027 starten, jede Woche an die Abonnentinnen und Abonnenten gehen und einmal im Monat an rund 200’000 Haushalte verteilt werden.

Genf soll auch künftig eine lokale Wochenzeitung haben. Für die Zeit nach der Einstellung des GHI im Dezember hat ESH Médias einen neuen Titel angekündigt, der Anfang 2027 erscheinen soll. Die Zeitung wolle nahe bei den Anliegen der Genferinnen und Genfer sein.

Die private Westschweizer Mediengruppe bereitet eine Wochenzeitung zum Leben im Kanton vor. Das teilte sie am Dienstag mit. Das Blatt soll über den ganzen Kanton berichten und jede Woche an die Abonnentinnen und Abonnenten gehen. Zudem wird es einmal im Monat mit einer Auflage von rund 200’000 Exemplaren an alle Haushalte verteilt.

Die redaktionelle Linie sei klar, schreibt ESH Médias: eine «volksnahe Zeitung», die sich an den Anliegen ihrer Leserinnen und Leser im Alltag orientiere. Sie verstehe sich als offene, humanistische Zeitung, die dem gesellschaftlichen Zusammenhalt verpflichtet sei. Der Lokalpresse wolle sie «neuen Schwung» verleihen.

Hinter der Zeitung soll ein Genfer Team stehen – in der Redaktion wie im Anzeigenverkauf. Wie das Blatt heissen soll, ist noch offen.

ESH Médias bringt sein redaktionelles und kommerzielles Know-how sowie sein eigenes Druckzentrum ein. Damit baut die Gruppe ihre Präsenz in Genf aus. Sie gibt unter anderem Le Nouvelliste (VS), ArcInfo (NE) und La Côte (VD) heraus. Laut ESH Médias erreichen diese Titel zusammen täglich über 200’000 Leserinnen und Leser.

Anfang September hatte Pascal Fleury, Leiter des GHI und der Gratiszeitung Lausanne Cités, angekündigt, beide Titel würden Ende Jahr eingestellt, falls sich bis dahin keine Investoren oder Käufer fänden (persoenlich.com berichtete). Die letzte Ausgabe ist für Donnerstag, den 17. Dezember, geplant.

«Unser Geschäftsmodell, das auf einem einbrechenden Werbemarkt beruht, ist gescheitert», sagte Fleury damals. Zudem hätten die gestiegenen Papierpreise die Reserven aufgebraucht. Die Vertriebsgesellschaft der beiden Titel verlor ausserdem mehrere Kunden. Diese Kunden profitieren dank der Presseförderung inzwischen von günstigeren Tarifen der Post.

Das 1970 gegründete GHI wird im ganzen Kanton Genf und in Teilen der Waadt bis nach Gland verteilt. Pro Ausgabe erreicht es 137’000 Leserinnen und Leser. Lausanne Cités erscheint seit 46 Jahren in Lausanne und Umgebung und kommt auf 101’000 Leserinnen und Leser. Rund 30 Arbeitsplätze sind gefährdet. (sda/nil)