Gespräche mit Verlegern über Kooperation im Internet

SRG - Zusammenarbeit statt Konfrontation bei den geplanten SRG-Online-Aktivitäten.

Zwischen den Schweizer Verlegern und SRG-Generaldirektor Armin Walpen haben Gespräche über eine mögliche Kooperation bei den geplanten Online-Aktivitäten der SRG stattgefunden. Diese würden fortgesetzt, sobald der Verband einen Vorschlag bei der SRG deponiert habe, sagte Norbert Neininger vom Verband Schweizer Presse gegenüber "persoenlich.com". Offensichtlich sind die Verleger bereit, von ihren strikten Konfronationskurs gegen den geplanten Internetausbau der SRG abzuweichen und stattdessen eine freundschaftliche Lösung zu suchen.

Konkrete Pläne sollen indes noch nicht ausgearbeitet worden sein. Ausgeschlossen ist gemäss Neininger jedoch, dass der Verband Schweizer Presse zusammen mit der SRG ein gemeinsames Portal aufbauen wird. Vielmehr zielen die Modelle in Richtung einer Kooperation, die eine gegenseitige Konkurrenzierung, bei welcher die SRG aufgrund der gebührenfinanzierten Inhalte klare Wettbewerbsvorteile besitzt, verhindern soll. Für Neininger ist denkbar, dass eine Lösung getroffen wird, die es den Verlagen erlaubt, auf die Inhalte des geplanten SRG-News-Portals zuzugreifen.

Peter Lebrument, Präsident des Verbands Schweizer Presse, hatte gegenüber der Berner Zeitung vergangene Woche erklärt, dass man sich überlege, die Flucht nach vorne anzutreten und mit der SRG zusammenzuspannen, statt sich auf dem politischen und juristischen Parkett zu streiten. Lebrument kann sich dabei vorstellen, zusammen mit der SRG Nachrichten im Internet anzubieten. Dabei würde eine gemeinsam geführte und betriebene Firma für die Online-Aktivitäten gegründet werden.

Die Weltwoche nahm in ihrer aktuellen Ausgabe die Pläne der Schweizer Presse auf und interpretiert die Umarmungsabsicht der Verleger so, dass die Internetaktivitäten der SRG und die Angebote der sda zusammengelegt werden sollen. Weltwoche-Autor Lukas Hässig schreibt Lebrument dabei zwei Absichten zu: Erstens könnte das sda-Defizit, das die Verlage jährlich mit Millionenzuschüssen zu decken hätten, dank Gebührenzuschüssen zum Verschwinden gebracht werden. Zweitens würde dank dem gemeinsamen Internetprojekt das Überleben der sda, die den Schweizern Printhäusern und der SRG gehört, garantiert.