Gewerkschaft dementiert NZZaS-Artikel

Unia-Affäre - Die Darstellungen im Bericht seien falsch und die kritisierten Unia-Leiter seien nicht mit den Vorwürfen konfrontiert worden. Die «NZZ am Sonntag» hält an ihrer Darstellung fest.

von Michèle Widmer

Nachdem die Präsidentin der Gewerkschaft Unia, Vania Alleva, am Freitag die Freistellung von Roman Burgers als Leiter der Region Zürich - Schaffhausen bekanntgegeben hat, dreht sich die Geschichte nun weiter.

Die Spitze der Gewerkschaft habe zwei Mitarbeiterinnen dazu gedrängt, nicht weiter gegen Roman Burger vorzugehen, schreibt die «NZZ am Sonntag» in der aktuellen Ausgabe.

Sanja Pesic, Leiterin der Unia Region Nordwestschweiz, sei mit dem Fall betraut worden und habe als enge Vertraute Burgers die Frauen davon abbringen wollen, weiter gegen diesen vorzugehen. Sie sollten nicht noch mehr Öl ins Feuer giessen, die Sache sei bereits schlimm genug, sei den Frauen gesagt worden. Vor Pesic sollen auch Burger selbst und Nico Lutz, dessen Vorgesetzter in Bern, die Frauen zu besänftigen versucht haben. Bei den Informationen beruft sich die NZZaS auf «mehrere Quellen».

Kurz nach Erscheinen des Artikel veröffentlichte die Unia am Sonntag eine Gegendarstellung. «Wir legen Wert darauf, dass diese Darstellung falsch sind», heisst es in der Medienmitteilung. Pesic habe eine der beiden Mitarbeiterinnen noch gar nie getroffen, die zweite Mitarbeiterin zum letzten Mal Anfangs Jahr. Die beiden Mitarbeiterinnen seien ihr zwar formell für kurze Zeit unterstellt, aber gleichzeitig freigestellt gewesen, sodass es zu keinen Treffen gekommen sei.

Überdies hält die Gewerkschaft fest, dass weder Nico Lutz noch Sanja Pesic Gelegenheit zur Stellungnahme geboten worden sei.

Eine Reihe von Fragen zugestellt

Die «NZZ am Sonntag» hält an ihrer Darstellung fest. «Dass die Unia mit dem Ergebnis der Recherchen nicht konfrontiert worden sein soll, ist falsch», sagt der stellvertretende Chefredaktor Francesco Benini auf Anfrage von persoenlich.com.

Die Gewerkschaft habe am Freitag eine Reihe von Fragen zugestellt bekommen, auf die sie zum Teil ausweichend antwortete.