Gewerkschaften kritisieren das Medienhaus nach der Gewinnverkündung

Tamedia - Nicht Rekordgewinne, sondern das Personal und die Publizistik sollten im Zentrum stehen.

Die von Tamedia am Donnerstag bekanntgegebenen Zahlen zum Geschäftsjahr 2014 sind rekordverdächtig (persoenlich.com berichtete). Ein Ergebnis von 160 Millionen Franken und eine Gewinnmarge von 14,4 Prozent sind laut syndicom "Sphären, die von keinem anderen Medienunternehmen auch nur annähernd erreicht werden". Die Gewerkschaft fordert nun eine Neuausrichtung der Unternehmenspolitik, die nicht Rekordgewinne, sondern das Personal und die publizistische Qualität ins Zentrum stelle.

So kritisiert syndicom beispielsweise, dass die Gewinne in digitalen Medien und im digitalen Werbemarkt nicht in das Personal, die Verbesserung der Arbeitsqualität und die publizistische Qualität investiert, sondern zu einem beachtlichen Teil in den Taschen der Aktionäre versickern würden. Für die 3'400 Angestellten, die den Gewinn erarbeitet haben, gebe es gerade mal 6,6 Millionen Franken "Gewinnbeteiligung" - adäquate Lohnerhöhungen für alle blieben ein weiteres Mal auf der Strecke.

Angesichts dieser veröffentlichten Gewinne sei es zudem "skandalös und unnötig", Ziegler Druck in Winterthur zu schliessen, was rund 100 Leuten die Stelle kostet. "Ebenso unverständlich sind die von oben diktierten Arbeitspläne, die keine Rücksicht auf die Interessen der Betroffenen nehmen", äussert sich syndicom in einer Mitteilung weiter.

syndicom fordert deshalb ein Engagement von Tamedia für den Abschluss eines Gesamtarbeitsvertrages, welcher Arbeitszeiten und -bedingungen sowie die Interessen der Angestellten beachte.

Ähnlich tönt es auch bei Journalistenverband impressum: "Tamedia trägt als grösstes privates Medienunternehmen der Schweiz auch eine publizistische Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Das bedeutet auch eine Pflicht, die Qualität und die Diversität der journalistischen Medien zu erhalten. Mit 'Effizienzsteigerungsmassnahmen', die im Klartext oft Stellenabbau auf Redaktionen bedeuten, kann Tamedia diese Verantwortung nicht wahrnehmen", heisst es in einer Stellungnahme vom Donnerstag. (pd/nb)