Gewinn im ersten Halbjahr gesteigert

ProSiebenSat.1 - Wegen Krise bei Sat.1 gedämpfte Erwartungen.

Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 hat im ersten Halbjahr dank höherer Werbeeinnahmen mehr Gewinn eingefahren. Nach einem verhaltenen zweiten Quartal formuliert der Konzern den Ausblick aber etwas vorsichtiger als bis anhin.

Im ersten Halbjahr setzte ProSiebenSat.1 mit 1,053 Mrd. Euro 3,6 Prozent mehr um als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 6,8 Prozent auf 240,8 Mio. Euro zu, der Konzernüberschuss um 12 Prozent auf 127,8 Mio. Euro. Im zweiten Quartal 2007 konnte ProSiebenSat.1 zwar den Vorsteuergewinn um 5 Prozent auf 143,6 Mio. Euro steigern. Der Umsatz stagnierte aber bei knapp 552 Mio. Euro. Bei Sat.1 sanken die Erlöse um 9 Prozent auf rund 210 Mio. Euro. Der Vorsteuer-Gewinn brach um 13 Prozent auf gut 56 Mio. Euro ein.

Am Ende des Jahres werden Umsatz und Ergebnis deutlich höher liegen, weil dann die europäische Sendergruppe SBS voll bei ProSiebenSat.1 konsolidiert wird. ProSiebenSat.1 hatte SBS nach dem Willen der gemeinsamen Eigentümer KKR und Permira für 3,3 Mrd. Euro gekauft. Zusammen bilden die Firmen den zweitgrössten europäischen TV-Konzern.

Erwartungen gedämpft

Wegen der Krise des Senders Sat.1 ist Konzernchef Guillaume de Posch für die zweite Jahreshälfte allerdings vorsichtiger geworden: Er erwartet nun nicht mehr, dass die Gruppe schneller wächst als der deutsche TV-Werbemarkt insgesamt.

Es zeige sich bereits, dass die Werbeeinnahmen im dritten Quartal höchstens auf Vorjahresniveau liegen werden, sagte de Posch am Mittwoch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Im vierten Quartal soll es aber wieder besser laufen. Der Sender solle durch "Investitionen in die Programmqualität wieder mehr Zuschauernähe zu gewinnen", erklärte de Posch. Dabei wolle Sat.1 weiterhin vor allem auf deutsche Eigenproduktionen setzen und das Profil als Familien-Unterhaltungssender schärfen.

Kosten sparen

Zuletzt war die Streichung von zwei Boulevard-Magazinen bei Sat.1 kritisiert worden. De Posch verwies darauf, dass der Konzern weiterhin stark auf Information setze und zehn Millionen Euro in den Nachrichtensender N24 investieren wolle. Um Kosten bei den teuren Eigenproduktionen zu sparen, will der Konzern diese im neuen Bereich "Group Content" zentral koordinieren.

Um die Abhängigkeit von den Werbeeinnahmen im frei empfangbaren Fernsehen zu reduzieren, baut ProSiebenSat.1 seinen "Mitmachsender" 9Live, der von Telefoneinnahmen lebt, aus. Er soll nach Spanien und die Türkei bald auch in Kroatien zu empfangen sein. Im Online-Bereich kaufte ProSiebenSat.1 die Mehrheit an dem Ratgeberportal "wer-weiss-was". Nutzer können dort per Mail oder in verschiedenen Foren Fragen an Experten zu stellen. (sda)